4. April 2020

„Zentralbank soll Gehälter und Mieten zahlen“

so titelt das Hamburger Abendblatt am 20. März auf Seite 6 und dieser Vorschlag stammt vom wohl renommiertesten Ökonomen der Hansestadt Henning Vöpel.

Es ist vorstellbar, dass wir die größte aller Rezessionen bekommen. Das entzieht sich jedoch vollständig unseren Modellen“.

In der Tat haben wir es durch die totale Lahmlegung alles öffentlichen Lebens mit einer besonderen Situation zu tun, da wie bei früheren Rezessionen nicht nur die Nachfrage wegbricht, die durch eine Umlaufsicherung leicht zu beheben wäre.

Mit einem totalen Einnahmeausfall stehen Hunderttausende von Gewerbetreibenden plötzlich vor dem Nichts. Existenzen werden vernichtet.

Es ist viel von Krediten die Rede. Das ist viel zu langsam und bürokratisch. Es klingt drastisch, aber meines Erachtens sollte die Zentralbank alle nominalen Zahlungen – von Gehältern und Mieten – für zwei, drei Monate übernehmen, um die Ökonomie quasi einzufrieren, um massenweise Insolvenzen und Verwerfungen zu verhindern. Damit gelingt es, die Krise als das zu organisieren, was sie ist : eine globale Auszeit.

Frage der Redaktion: sollen alle Bürger Löhne und Mieten von der Zentralbank bekommen, unabhängig vom Einkommen?

Das wäre zu prüfen. Die Zahlungen könnten als einheitlicher Pauschaltransfer erfolgen oder nach Höhe der Einkommen. Eine eventuelle Verrechnung könnte mit der Jahreseinkommenssteuer geschehen, sodass es keine überschüssige Zahlungen gäbe. Inflationsgefahr bestünde erst nach mehreren Monaten. Die Zentralbank könnte die überschüssige Liquidität wieder abschöpfen. Helikoptergeld war vorher schon als Instrument diskutiert worden, weil die Europäische Zentralbank seit Jahren nicht ihr Inflationsziel erreicht.

Fazit:

Ein zielführender Vorschlag, der schnell umgesetzt werden sollte, aber an der Handlungsunfähigkeit europäischer Institutionen zu scheitern droht.

HB

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