28. Februar 2020

Deflation ist die Gefahr

Anfang Dezember 2007 fragte die “Sächsische Zeitung” ihre Leser: “Haben Sie Angst vor der Inflation?” Hier eine Antwort …

Die wirkliche Gefahr lauert in der DEFLATION.

Inflation ist im kapitalistischen Wirtschaftsgefüge ein notwendiges Übel, um eine noch üblere Deflation zu vermeiden. Deflation – der Mangel des Tauschmittel Geld am Markt – hatte in den 30iger Jahren eine unheilvollere Wirkung als die Inflation der 20ziger. 
Da dem Markt ständig Geld entzogen und zur Erzielung einer höheren Rendite in Spekulationen gesteckt wird, steht dieses Geld den Marktteilnehmern für Investitionen und Konsum nicht mehr zur Verfügung. Um diesem Streik des Kapitals entgegenzuwirken, wird von Bundes-und Zentralbank immer etwas mehr Geld in Umlauf gebracht und damit eine künstliche Inflation erzeugt.
Obwohl vorrangigste Aufgabe von Bundesbank und EZB die Wahrung der Preisstabilität ist, konnte und kann sie diese Aufgabe nicht erfüllen. Allein die D-Mark verlor während ihrer Verbreitungszeit 75% ihres Wertes, der Euro offiziell schon 15%. Und mit der Einführung des Euro wurde die Kaufkraft nochmals schlagartig abgewertet – natürlich nur “gefühlt”. Diese negative Bilanz war für die Bundesbank zum 50jährigen Jubiläum kürzlich Grund genug zum Feiern. 
Gesellt sich zur inflationären Preisentwicklung noch eine deflationäre Lohnentwicklung, wie man sie seit einigen Jahren beobachten kann, ist das eine explosive Mischung. Wirklich dauerhaft konstante Preise verspricht dagegen eine umlaufgesicherte Währung, wie sie die Freiwirtschaft vorschlägt. Diese würde das Geld in den Wirtschaftskreislauf zurückführen und den Zins gegen Null bringen. So würden sich Kredite verbilligen und damit auch Investitionen ermöglichen, die sich in der jetzigen Zinswirtschaft nicht “rechnen lassen”.
Ganz nebenbei würde damit auch die ständige Umverteilung von Arm zu Reich unmöglich, welches die Voraussetzung für den sozialen Frieden ist. Wollen wir also eine gerechtere, ökologischere, friedvollere Welt schaffen – ohne Inflation, Deflation, Krise und Krieg – müssen wir uns Gedanken machen, wie wir das Tauschmittel Geld so gestalten, dass es seiner Bestimmung gerecht wird und damit dem Menschen dient und nicht dessen Lebensgrundlagen zerstört. Das Wissen dazu bietet die HUMANWIRTSCHAFT.
Peter Zimmermann

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