Gut besuchter Vortragsabend der Humanwirtschaftspartei in Hamburg

LV HamburgWith 0 comments

Immerhin 63 Personen waren der Einladung der Humanwirtschaftspartei gefolgt, um mit zwei hervorragenden Experten zum Grundeinkommen und zum Geld- und Finanzsystem neue Zukunftsperspektiven zu diskutieren.

Das Rudolf-Steiner-Haus am Mittelweg bot dafür einen passenden Rahmen.

Unterstützt von vielen Videoaufzeichnungen berichtete Markus Härtl über die kreative Werbe-Kampagne der Schweizer Grundeinkommensaktivisten. Dass 23 % der Schweizer bei der Volksabstimmung am 5.Juni 2016 mit Ja stimmten, wertete er als großen Anfangserfolg, der weltweites Aufsehen erregte. Er sei der festen Überzeugung, dass dramatische Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt das bedingungslose Grundeinkommen schon in wenigen Jahren mehrheitsfähig machen werden.

Steffen Henke leitete den zweiten Vortrag an diesem Abend mit dem Geständnis ein, dass er noch vor etlichen Jahren ein Gegner des BGE gewesen sei. Zwar hält er ein „neues Geld“ für noch wichtiger für eine menschenwürdige Zukunft, stehe aber auch positiv zum Grundeinkommen,

Doch ungewollte Arbeitslosigkeit hat zum heutigen Zeitpunkt nur bedingt technologische Gründe.

Immer, wenn der Geldumlauf stockt, brechen auch Arbeitsplätze weg, weil eine Abwärtsspirale in Gang kommt, die auf saubere Weise nur durch ein nicht hortbares, eben ein „fließendes“ Geld gestoppt werden kann. An Hand von schnell gezeichneten Schaubildern konnte er für jeden überzeugend darlegen, dass bei 0% Zinsen, im Gegensatz zu öffentlichen Darstellungen, 90% der Menschen auf der Gewinnerseite stehen, weil weniger Zinsen die Herstellungskosten und damit die Preise senken, oder Lohnerhöhungen möglich machen.

Nach 2 Stunden konzentrierten Zuhörens zeigte sich die Versammlung keineswegs ermüdet, sodass sich noch eine rege Diskussion entfaltete. Obwohl Herr Henke alle Fragen befriedigend beantwortete, reichte die Zeit dennoch nicht, wie ein Gast treffend bemerkte, eine Brücke zwischen beiden Vortragsthemen zu knüpfen. So bleibt noch reichlich Stoff für weitere Vortragsabende, die garantiert folgen werden. Immerhin lernten sich die beiden Referenten so gut kennen und schätzen, dass Herr Henke spontan zu einem Vortrag in die Schweiz eingeladen wurde.

Dank an alle Spender dieses Abends, die einen beachtlichen Anteil der Werbekosten decken konnten.

Helmut Bein