Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung e.V.: Fragwürdige Verbrauchervertretung

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Das Landgericht Tübingen habe den Geldinstituten verboten, sogenannte Strafzinsen auf Tagesgeld-Einlagen zu verlangen, titelt die Rheinische Post (RP) Düsseldorf und behauptet weiter, mit diesem Urteil würde man den Sparkassen-Kunden den Rücken stärken. Gezielte Fehlerinformation der Öffentlichkeit oder ökonomische Naivität?

Quelle: Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung e.V.: Fragwürdige Verbrauchervertretung

“In Sa­chen Ne­ga­tiv­zin­sen für Pri­vat­kun­den gab es nun ein ers­tes Ge­richts­ur­teil. Die schlech­te Nach­richt: Das Land­ge­richt Tü­bin­gen gab in sei­nem Ur­teil vom 26. Ja­nu­ar der Ver­brau­cher­zen­tra­le Ba­den-​Würt­tem­berg recht, die Volks­bank Reut­lin­gen dür­fe nicht nach­träg­lich von Be­stands­kun­den Ne­ga­tiv­zin­sen ver­lan­gen. Die Volks­bank hat­te im Zeit­raum 7.5. bis 26.6.2017 per Preis­aus­hang u.a. auf täg­lich fäl­li­ges Ta­ges­geld ab ei­nem Vo­lu­men von 10.000 Eu­ro 0,5% Ne­ga­tiv­zin­sen ein­ge­führt, die­se je­doch nach ei­ner Ab­mah­nung durch die Ver­brau­cher­zen­tra­le wie­der zu­rüc­k­ge­zo­gen. „Die von der Ver­brau­cher­zen­tra­le be­an­stan­de­ten All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen der Bank ver­sto­ßen bei Alt­ver­trä­gen nach Auf­fas­sung der Kam­mer ge­gen we­sent­li­che Grund­ge­dan­ken der ge­setz­li­chen Re­ge­lung. Durch All­ge­mei­ne Ge­schäfts­be­din­gun­gen kann nicht nach­träg­lich bei be­reits ab­ge­schlos­se­nen Ein­la­ge­ge­schäf­ten ein­sei­tig durch die Bank ei­ne Ent­gelt­pflicht für den Kun­den ein­ge­führt wer­den, die es we­der im Dar­le­hens­recht noch beim un­re­gel­mä­ßi­gen Ver­wah­rungs­ver­trag gibt“, teil­te das Ge­richt mit. Die gu­te Nach­richt: Mit der Kla­ge hoff­te die Ver­brau­cher­zen­tra­le auch auf ei­ne grund­sätz­li­che Klä­rung der Zu­läs­sig­keit von Ne­ga­tiv­zin­sen. Die Rich­ter er­klär­ten je­doch Ne­ga­tiv­zin­sen nicht grund­sätz­lich für un­zu­läs­sig: „Mit der vor­lie­gen­den Ent­schei­dung wird der Be­klag­ten im Ü­b­ri­gen kei­nes­wegs dau­er­haft die Ein­führung von Ne­ga­tiv­zin­sen un­ter­sagt“, so das Ge­richt.
Durch ih­re Äuße­run­gen seit Ein­führung der Ne­ga­tiv­zin­sen dürf­ten nicht zu­letzt die Ver­brau­cher­zen­tra­len dar­an Schuld sein, dass die Ge­schäfts­ban­ken lie­ber mas­siv Ge­bühren an­ge­ho­ben ha­ben, als – ö­ko­no­misch sinn­vol­ler – die Ne­ga­tiv­zin­sen der No­ten­bank an ih­re Kun­den wei­ter­zu­rei­chen. So­mit wur­de den Geld­in­sti­tu­ten der Ein­stieg in ei­ne Um­lauf­si­che­rung für un­se­re Zah­lungs­mit­tel un­nö­tig schwer ge­macht und es wer­den zu­künf­tig Alt­ver­trä­ge ge­kün­digt wer­den müs­sen. Die Volks­bank Reut­lin­gen hat­te bei den strit­ti­gen Kon­to­for­men ü­bri­gens kei­ne Kon­to­führungs­ge­bühren er­ho­ben.”