Zölle sollen US-Unternehmen retten

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Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, des freien Wettbewerbs und des Leistungsprinzips steckt in großen Schwierigkeiten und versucht jetzt, mit der Uralt-Waffe der Zollpolitik Arbeitsplätze zu retten oder wiederzugewinnen, die im Produktionssektor gefährdet sind oder verloren gegangen sind.

Die Methode, den Dienstleistungssektor wie z. B. die Finanzwirtschaft auszuweiten, hat sich als untauglich erwiesen, um die Industrie-Arbeitslosen aufzunehmen. Büroarbeit ist nichts für Handwerker und es funktioniert nicht, das ganze Volk zu Akademikern zu machen.

Dem Kapital kann es aber egal sein, wo es investiert ist – Hauptsache es bekommt seine Rendite, und die holt es sich weltweit u. a. mit Finanz- und Steuertricks. Die heimischen Berg- und Hüttenwerke sind längst bilanziell abgeschrieben und die Gewinne in andere (z.B. Finanz-) Anlagen investiert. Dank Globalisierung gibt es zusätzlich Möglichkeiten, Arbeitskräfte im Ausland auszubeuten.

Der Kapitalismus ist eine gefährliche Sache und darf nicht mit freier Marktwirtschaft verwechselt werden: diesen Fehler machen die Amerikaner – und nicht nur sie – und sitzen jetzt in der Falle. Ob der Kapitalist Donald Trump mit seinen Methoden die US-Wirtschaft retten kann, darf bezweifelt werden.

Leider bekommt die ganze Welt die Folgen zu spüren, auch NRW, wo erstreikte Lohnerhöhungen nun zum Boumerang werden könnten.

Köln, 03.03.2018

Hans Kadereit