Was lernt man in Auschwitz?

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Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die Gefangenen im Konzentrationslager Auschwitz. Aus diesem Anlaß besuchte kürzlich am Holocaust-Gedenktag eine Gruppe junger Menschen aus Bielefeld zusammen mit Politikern aus NRW die Gedenkstätte in Polen. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), Antisemitismusbeauftragte Sabine Leutheusser-Schnarrenberg (FDP) und Integrations-Staatssekretärin Serap Güler (CDU) begleiteten die Reise, die von der Union progressiver Juden UpJ organisiert wurde.

Wenn man zukünftige Katastrophen wie z.B. die systematische Ausrottung von Völkern verhindern will, dann ist es wichtig, daß die Menschen aus der Geschichte lernen – und junge Menschen sind besonders lernfähig. Das Zusammensein mit erfahrenen Politikern wirkt dabei stark motivierend.

Die Aufmerksamkeit der jungen Leute wurde aber ausschließlich auf Rassismus und Nationalismus gelenkt, bei denen es sich lediglich um vordergründige Ursachen für den Völkermord handelt. Unterschiede in Rasse und Nationalität sind normal. Jedoch in einer kapitalistisch dominierten Gesellschaft entwickeln sie sich unweigerlich zum Problem. Ohne die Weltwirtschaftskrise 1929 mit ihren 6 Millionen Arbeitslosen 1933 allein in Deutschland wäre Hitler niemals mit seinen nationalistischen Parolen an die Macht gekommen, hätte die demokratische Weimarer Republik nicht versagt. Und ohne den Kapitalismus hätte es auch Lenin und seine Rote Armee nicht gegeben.

Darüber, wie man den Kapitalismus mit einer Geld- und Bodenreform zur Strecke bringt, kann man aber in Auschwitz – noch – nichts erfahren. Das lernt man bisher nur bei der Freiwirtschaft.

Köln, 30.01.19
Hans Kadereit