Lietaer: Geld der Zukunft

Humanwirtschaftliche Fachliteratur

Das Geld der Zukunft

Über die zerstörerische Wirkung unseres Geldsystems und Alternativen hierzu


Bernard A. Lietaer, Riemann Verlag, One Earth Spirit, 1999
Auf der Suche nach größtmöglichem Profit bewegen Währungsspekulanten täglich 2.000 Milliarden Dollar im internationalen Geschäftskasino. Börsennotierungen verzeichnen innerhalb kürzester Zeit abenteuerliche Kursschwankungen. Stehen wir kurz vor einem Börsencrash oder Währungsdebakel?

Der Finanzfachmann Bernard A. Lietaer setzt sich mit der Problematik des existierenden Geldsystems und der ihm zugrundeliegenden Mentalität auseinander. Als notwendige Ergänzung zum bestehenden Geldsystem fordert er den Aufbau von Komplementärwährungen – als »Geld der Zukunft«.

Das Geld- und Finanzsystem, wie wir es heute kennen, wird von den meisten als feste Größe, ja als gottgegeben betrachtet. Bernard A. Lietaer zeigt dagegen, dass es im Laufe der Geschichte ganz andere Systeme gegeben hat. Unsere derzeitige Finanzordnung entspricht einer stillschweigenden kollektiven Übereinkunft, die neben all ihrem ökonomischen Nutzen auch zahlreiche brennende Probleme unserer heutigen Zeit geschaffen hat: den Mangel an sinnvoller Arbeit; das Gefühl, weniger Zeit zu haben bei wachsender Produktivität; ein kaum noch bezahlbares öffentliches Gesundheitssystem; die zunehmenden Krisen des internationalen Finanzsystems und die Auswirkung auf den einzelnen.

Die Zukunft sieht Lietaer in der Entwicklung von komplementären Währungen. Er erläutert, welches Geld wir für welche Aufgabe benötigen, und berichtet über die vielfältigen ermutigenden Erfahrungen, die mit solchen Konzepten weltweit bereits gemacht werden.

Lietaer hat ein ebenso spannendes wie informatives »Enthüllungsbuch« geschrieben, dass sich vom interessierten Laien über neugierige Banker an alle wendet, die sich der Geldproblematik bewusst sind.

Bernerd A. Lietaer hat in so verschiedenen Funktionen mit dem Geld- und Finanzssystem zu tun gehabt wie wenige andere. In den 70er Jahren beriet Dr. Lietaer die peruanische Regierung bei der Optimierung von Währungsgeschäften. Während seiner fünfjährigen Tätigkeit an der Belgischen Zentralbank zeichnete er verantwortlich für die Einführung des ECU. Anschließend wurde er Präsident des elektronischen Zahlungssystems in Belgien. Von 1987 bis 1991 fungierte Lietaer u.a. als Geschäftsführer und Währungshändler des erfolgreichsten Hedge Fonds (Gaia Hedge II).

Um sich auf das vorliegende Buch zu konzentrieren, ist Bernard Lietaer zur Forschung zurückgekehrt: Er unterrichtet derzeit an der Sonoma State University Berkeley nachhaltiges Wirtschaften.

Gefällt Dir HUMANwirtschaft? Sage es weiter: