1.1 Arbeitslosigkeit

Aus der Palette von Problemen, die der zinsbasierte Kapitalismus mit sich bringt, ragt ein Thema heraus, das von der Mehrzahl der Menschen in unserem Lande als das drängendste Problem begriffen wird: die sogenannte „Arbeitslosigkeit“.

Selbst wenn die Quote, wie z.B. im September 2007 mit offiziell „nur“ etwas über 3,8 Millionen Menschen, so niedrig liegt wie seit Jahren nicht mehr, darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gesamtzahl der Menschen, die nicht ohne staatliche Hilfe überleben können in Deutschland bei über 8 Millionen liegt (Zahl der Leistungsberechtigten nach SGB II/III und SGB XII)!

Die HUMANWIRTSCHAFTSPARTEI erklärt hierzu:

Arbeitslosigkeit – es fehlt nicht der äußere oder innere Antrieb, sondern das Geld!

„Ein Leben ohne Arbeit ist möglich, aber sinnlos“, möchte man mit Loriot sagen.
Doch dafür ist das Thema zu ernst.
Millionen direkt Betroffene.
Noch mal so viel und noch mehr indirekt Betroffene.
Und noch mal so viel und noch mehr davon Bedrohte, die noch eine „Arbeit“ haben.

Die Arbeitsteilung in der Gesellschaft wird immer wieder weg von alten und hin zu neuen Tätigkeitsfeldern führen. Berufe werden „aussterben“. Es entstehen neue.
Diese zeitweilige „Berufslosigkeit“, die berufliche Neuorientierung ist noch keine Arbeitslosigkeit!

Für die individuelle Arbeitslosigkeit werden immer wieder verschiedene „Ursachen“ angeführt:

Dummheit (er genügte den Anforderungen nicht mehr)
Faulheit (er war ausgebrannt)
Frechheit (er hat den Sohn vom Inhaber einen Stümper genannt)
Bescheidenheit (sie konnte sich nicht so gut verkaufen)
Klugheit (sie war überqualifiziert, sie wusste zuviel)

und viele andere Mängel werden für eine individuelle Begründung benutzt. Aber all diese „Mängel“, so sie nicht nur vorgeschoben wurden, bewirken keine Langzeitarbeitslosigkeit!

Warum ist Arbeitslosigkeit ein Problem?

Arbeitslosigkeit nährt sich bis zu einem Punkt selbst.
Arbeitslosigkeit bedeutet in der Regel Verzicht – bis hin zu wirklicher Armut.
Arbeitslosigkeit belastet die Gemeinschaft und die Wirtschaft.

Die Steuerlast der Produzenten wird größer. Weil weniger jetzt mehr Steuern zahlen sollen, aber nicht können, wächst die Schuldenaufnahme, und damit dreht sich die Zins- und Steuerspirale schneller und schneller.

Arbeitslose kaufen weniger ein. Die Produzenten nehmen dadurch weniger ein.
Weniger Umsätze, weniger Gewinne, noch weniger Steuern, weniger Investitionen.
Schlechtere Arbeitsbedingungen. Lohnausfälle.

Druck auf die Unternehmer.
Druck auf die Arbeitnehmer, weil diese von den Arbeitslosen ersetzt werden könnten.
Druck auf die Löhne.

Ausweg? Entlassungen!

Andere Auswege?
Die Bedürfnisse von Arbeitslosen noch weiter einschränken?
Die Transferleistungen kürzen?
Die Zahlung von Transferleistungen an Billiglohnarbeit knüpfen?

Die Vermittlung von Billiglohnarbeitern führt zum gleichen Ergebnis:
Druck auf Löhne, Steuern, Schulden, Zinsen – und die Steigerung dieser Problematik.

Arbeitslosigkeit – ein Zeichen für „gesättigte Märkte“?
Arbeitslosigkeit – ein Opfer auf dem Altar des technologischen Fortschritts?

So möchte man es uns glauben machen!

Aber warum soll dann ausgerechnet WACHSTUM, also genau dieser Fortschritt, nicht nur die Ursache für die Arbeitslosigkeit sondern auch gleichzeitig ihr Ausweg bzw. ihre Lösung sein?

Die Lösung „Wirtschaftswachstum“ wird von etablierten Politikern bevorzugt. Wieder andere möchten, dass wir uns freuen, dass so viele Menschen vom „Joch der Erwerbsarbeit“ freigestellt werden können.

Arbeitslosigkeit – Ergebnis von zuviel oder zuwenig Wachstum?
Wäre das nicht die folgerichtige Frage?
Es ist die falsche Frage!

Die richtige Frage lautet: Was ist Arbeitslosigkeit wirklich?

In dem Begriff ARBEITSLOSIGKEIT steckt eine Lüge!

Es wird behauptet, dass es zuwenig Arbeit gäbe, weil diese besser von Maschinen, Programmen, Automaten, Systemen oder Robotern erledigt werden würde.

Doch ein Blick in die Geschichte zeigt: Im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche technische Erfindungen realisiert. Damit wurde manuelle Arbeit in riesigen Mengen überflüssig gemacht. In diesem Jahrhundert verdoppelte sich die Bevölkerung in einigen Ländern Europas, in anderen europäischen Ländern stieg sie auf das drei- oder vierfache. Mit ihnen auch die Zahl der Arbeitskräfte und Arbeitsplätze! Ebenso in Japan und Amerika.

Zu allen Zeiten wurden Maschinen für das Verschwinden von abhängiger Beschäftigung verantwortlich gemacht. Das Heraustreten des Menschen aus dem physischen Produktionsprozess hat in dem erwähnten 19. Jahrhundert die Zahl der „bezahlten Tätigkeiten“ vervielfacht!

Mit Arbeit wird  – verkürzt –  jede „bezahlte Tätigkeit“ bezeichnet. Wenn ARBEIT die Tätigkeit genannt werden kann, mit der „für andere Menschen nützliche Dinge hergestellt werden“ oder allgemeiner gesagt, mit der geholfen wird, „die Bedürfnisse anderer Menschen zu befriedigen“, dann sollte diese erst dann weniger werden, wenn diese nützlichen Dinge selbst nützliche Dinge herstellen und ohne Qualitätsverlust, die Bedürfnisse anderer Menschen befriedigen helfen.

Damit wären wir beim Zusammenhang von Arbeit und Bedürfnissen.

Was die Gruppe der materiellen Bedürfnisse oder besser gesagt der Grundbedürfnisse angeht, so ist die Vorstellung realistisch, sich Maschinen und Technik dafür zu halten.

Vollautomatisierte Fabriken. Vollautomatisierte Wohnhäuser. Das alles gibt es schon. Doch, wer möchte wirklich von einer Maschine unterrichtet werden? Oder im Alter von einer Maschine gepflegt?

Bedürfnisbefriedigung ohne Emotionen? Zahlreiche höhere Bedürfnisse können nicht ohne die direkte Mitwirkung des Menschen befriedigt werden. Wer möchte sich einen Roboter als Babysitter vorstellen? Wer einen Musiker aus Blech oder Keramik? Wer möchte sich von einem Roboter im Krankheitsfalle diagnostizieren lassen?

Die Entwicklungsrichtung von menschlichen Bedürfnissen scheint klar ausgerichtet. Werden physische Bedürfnisse ausreichend befriedigt, entstehen neue,  höhere Bedürfnisse. Bedürfnisse in den Bereichen Sport, Kunst, Bildung, Wissenschaft, Religion und anderen. Die Besonderheit dieser Bedürfnisse gegenüber den physischen Bedürfnissen: Sie können ins Unendliche wachsen! Selbst materielle Bedürfnisse können sich in eine Richtung entwickeln, die eine Harmonie mit dem Universum anstreben: Fahrzeuge, die mit recycelbaren Energien angetrieben werden, u.ä.

Physische Bedürfnisse sind „ziemlich“ endlich. Niemand kann mit einem Körper in 2 oder mehr Wohnstätten gleichzeitig wohnen. Selbst das eigene Haus, die eigene Wohnung, sollte eine endliche Größe haben. Mit dem Elektromobil zum nächsten Mülleimer fahren, oder jeden Schritt mit Dienern gehen? Dieses Bedürfnis würde jedoch die Ungleichheit der Menschen geradezu voraussetzen.

Arbeit ist so eng an menschliche Bedürfnisse gekoppelt, dass vereinfachend gesagt werden kann, dass Arbeit ein menschliches Bedürfnis ist, weil es die Grundlage für die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse ist. Bedürfnisse sind nicht begrenzt und die historische Entwicklung deutet nicht darauf hin, dass sich dieser Trend umkehrt.

Damit ist jedoch genug von dem vorhanden, was wir ARBEIT nennen!

Es fehlt also lediglich am Geld, wenn das Phänomen der „Arbeitslosigkeit“ seit Jahrzehnten tendenziell zunimmt.

Ein Leben ohne Arbeitslose ist möglich und äußerst sinnvoll!

Erreicht werden kann dies durch die Umsetzung des Programms der HUMANWIRTSCHAFTSPARTEI, wodurch gleichzeitig auch die anderen großen Probleme unserer Zeit, wie z.B. die Staatsverschuldung, gelöst würden.

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