9. August 2022

tragik-komödiantisches Schmierentheater

Der bürgerliche Parlamentarismus, der einst wenigstens den Anschein einer Demokratie aufrechterhalten konnte, ist nun vollends zur Tragödie pervertiert! Den Menschen bleibt nur, zuzuschauen oder sich angewidert abzuwenden!

Ich nehme wahr, “vertreten” wird immer offensichtlicher nicht das Volk, sondern es ist zum Publikum eines Theaterstücks verkommen, in dem es gleichzeitig verhöhnt, verspottet und narkotisiert wird!

Ich muss zugeben, dass ich mal etwas vom bürgerlichen Parlamentarismus hielt. Kurz nach der Wende hielt ich es für einen besseren Weg, als eine Ein-Parteien-Diktatur a la DDR. Nun sehe ich, dass das Parteiensystem mittlerweile nichts weiter als ein Konstrukt ist, innerhalb dessen demokratische Auseinandersetzung simuliert wird! (Jeder, der sich nicht für die Simulation eignet, wird ausgetauscht oder muss als diffamierter und unfolgsamer “Böser” “mitspielen”!)

Man könnte das tägliche Gerede für einen demokratischen Diskurs halten, wenn alle Parteien und deren Stimmen anerkannt wären. Jedoch läuft im Hintergrund des parlamentarischen Theaters nur die hypnotisierende Tragödie des endlosen Pro und Kontra mit den immer selben Figuren, während die politischen Entscheidungen ganz woanders verankert und determiniert sind.

Ich wende mich angewidert davon ab! Nicht, weil ich ein “Anti-Demokrat” bin, sondern im Gegenteil, weil ich Demokrat bin.

Ich gehe ins Kino, wenn ich mir einen Film anschauen möchte. Im Kino bin ich am Film innerlich mitbeteiligt, weil ich mich dafür entschieden habe. Wenigstens den Film bestimme ich hier selber.

Aber mitspielen im Einheitsgetöse des aktuellen Mainstream-Films mit den sich narkotisierend wiederholenden Botschaften, einem unerträglichen Krankheitskult und einer unsäglichen Menschenhetze gleich, (so, wie ich die im Film “1984” gesehen habe, wo die Massen den ständigen Mantras des “großen Bruders” ausgesetzt waren) möchte ich nicht, nicht einmal als Zuschauer!

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Ein Gedanke zu “tragik-komödiantisches Schmierentheater

  1. Ja, Herr Habricht, leider ist es so !
    Auch ich glaubte lange daran, daß die parlamentarische Demokratie zwar nicht perfekt, jedoch sehr brauchbar und jeder Form von Diktatur, sei sie “sozialistisch”, kapitalistisch oder faschistisch, vorzuziehen ist. Jedoch wandelte sich schon seit 1982 die ortholiberale “soziale Marktwirtschaft” hier langsam in eine neoliberale, deregulierte um und der Zusammenbruch der Sowjetunion und des “Ostblocks” beschleunigte diesen Prozeß. Nun hat sich alles dem Zwang, einigen wenigen Gewinne zu erwirtschaften, zu unterwerfen. Staat, Parlamente, Gerichte, Kommunen, der schwindende Mittelstand, Presse, Rundfunk, Fernsehen, Internet. Wer in der Diktatur des Kapitals nicht linientreu ist, es wagt, anzuprangern oder nur zu hinterfragen, wird als Feind der Demokratie oder Anhänger der falschen Fakten ins Abseits gestellt, fast schon “vaporisiert”. Freidenker/innen nennen das Fehlen eines politischen Diskurses und schwindende Teilhabe der Bevölkerung an politischen Entscheidungen bei gleichzeitigem Hochhalten der “westlichen Wertegemeinschaft”, die durch Beschränkung von Grundrechten beschützt werden muß, “Fassadendemokratie”.

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