{"id":840,"date":"2014-01-31T16:35:27","date_gmt":"2014-01-31T14:35:27","guid":{"rendered":"http:\/\/humanwirtschaftspartei.de\/?page_id=840"},"modified":"2019-12-06T16:15:53","modified_gmt":"2019-12-06T14:15:53","slug":"1-2-staatsverschuldung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/humanwirtschaftspartei.de\/?page_id=840","title":{"rendered":"1.2 Staatsverschuldung"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"margin-down wp-block-heading\">Staatsverschuldung<\/h3>\n\n\n\n<p>Unser Staat sitzt in der Klemme.<br>T&auml;glich rinnen ihm Millionen Steuereinnahmen durch die Finger.<br><strong>Mehr als 200 Millionen Euro jeden Tag!<br><\/strong>Soviel viel Verm&ouml;gen hat nicht jeder von uns.<br>Selbst die st&uuml;ndliche Zinslast von 8,5 Millionen &euro; hat nicht jeder auf seinem Konto.<\/p>\n\n\n\n<p>J&auml;hrlich werden nun seit Jahren weit &uuml;ber 50 Milliarden Euro Zinslast f&auml;llig.<br>&Uuml;ber Steuergelder eingenommen.<br>Alle helfen mit.<br>Kraftfahrer, Raucher und nat&uuml;rlich und vor allem: Lohnsteuerpflichtige.<\/p>\n\n\n\n<p>Gnade dem, der jede Minute &ndash; so wie unser Staat &ndash;&nbsp;142.000 &euro;uro abschreiben muss.<br>Eingenommen und schon wieder&nbsp;&ldquo;f&uuml;r nix&rdquo;&nbsp;ausgegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Etat f&uuml;r die Zinslastbedienung ist der zweitgr&ouml;&szlig;te im Staatshaushalt.<br>Der Staat schuldet in- und ausl&auml;ndischen Geldgebern insgesamt&nbsp;&uuml;ber 1,5 Billionen Euro.<br>Beachtlich ist nicht nur das absolute Ausma&szlig; an Schulden, sondern besonders der Vergleich mit den Einnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Staat gibt&nbsp;vor, weniger Schulden machen zu wollen.<br>Er m&ouml;chte das Tempo der Schuldenmacherei drosseln.<br>So k&ouml;nnte auch Formel1-Ikone Michael Schumacher sagen,<br>dass er beim Anblick eines Hindernisses &ldquo;weniger beschleunigen&rdquo; m&ouml;chte.<br>Er tritt dann weiter aufs Gaspedal, anstatt auf die Bremse.<br>Nur eben nicht mehr so stark.<br>Das Fahrzeug wird trotzdem noch schneller. Es beschleunigt noch!<\/p>\n\n\n\n<p>So wird ohne Schamesr&ouml;te die Verlangsamung der Schuldenaufnahme wie ein Erfolg gefeiert, obwohl die Schuldenlast weiter steigt. Eine verlangsamte Beschleunigung ist jedoch noch immer eine steigende Geschwindigkeit. Eine Reduzierung der Neuverschuldung von geplanten 33 Milliarden auf 16 Milliarden &euro;uro klingt so wie ein erwirtschafteter &Uuml;berschuss &ndash; obwohl die Schulden- und damit die Zinslasten steigen.<\/p>\n\n\n\n<p>&ldquo;Alles im Griff&rdquo; lautet die Parole, die der Staat ausgibt.<br>&ldquo;Ab 2011 wird zur&uuml;ckgetilgt.&rdquo;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie geht es den anderen Staaten Europas? Wie geht es den Staaten an sich?<br>Ein schuldenfreier Staat ist weitgehend unbekannt, so dass ein spezielles &ldquo;nationales Versagen&rdquo; im Umgang mit dem &ldquo;anvertrauten&rdquo; Geld ausgeschlossen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Staaten anderer L&auml;nder haben weniger Auslandschulden. Vielleicht zeigen sich die&nbsp;dortigen Gl&auml;ubiger dem Staat gegen&uuml;ber gro&szlig;z&uuml;giger und verzichten auf den einen oder anderen Prozentpunkt Zins? In der Regel spielt die Herkunft des geliehenen Geldes jedoch keine Rolle. Entscheidend ist der endg&uuml;ltig abhanden gekommene Spielraum f&uuml;r Verbesserungen innerhalb des &ldquo;anvertrauten&rdquo; Gemeinwesens.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl von Staats wegen die Verschuldung gern in der Gegen&uuml;berstellung der Schulden mit dem Bruttosozialprodukt in Form der so genannten&nbsp;&ldquo;Staatsquote&rdquo; angegeben wird (1,5 Billionen zu 2,2 Billionen =&nbsp;ca. 65 %), so betragen die diesen Forderungen gegen&uuml;berstehenden Steuereinnahmen, aus denen allein die Schuld ja nur beglichen werden kann, lediglich ein Drittel: ca. 500 Milliarden &euro;uro. Da die Steuern von der H&ouml;he der gesellschaftlichen Gesamtums&auml;tze abh&auml;ngig sind, hat die Staatsschuld schon etwas mit dem Bruttosozialprodukt zu tun. Doch vor dem Hintergrund schw&auml;cherer Zuw&auml;chse beim BSP, die Schulden mit Steuergeschenken &ndash; vor allem f&uuml;r die Verm&ouml;genden &ndash; reduzieren zu wollen, leuchtet&nbsp;nicht auf Anhieb ein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine Analogie:<\/strong><br>Ein Familienvater schuldet seinen Gl&auml;ubigern 100.000 &euro;uro. Mit einem Einkommen von 50.000 &euro;uro j&auml;hrlich kann er f&uuml;r die Schuldentilgung&nbsp;theoretisch maximal 33.000 &euro;uro &ndash; nach Abzug der Steuern &ndash; &ldquo;zu(r) Rate&rdquo; ziehen. Da weder er noch seine Familie von&nbsp;Photosynthese lebt, werden es deutlich weniger sein. Seine Verschuldung ist dreimal gr&ouml;&szlig;er, als seine j&auml;hrlich zur Verf&uuml;gung stehenden Einnahmen. Mit 25% (670 &euro;uro monatlicher Rate bei 2750 &euro;uro monatlichem Einkommen) seines f&uuml;r die Schuldentilgung notwendigen Netto-Einkommens w&uuml;rde er nach&nbsp;30 Jahren&nbsp;die Summe von 235.000 &euro;uro zur&uuml;ckgezahlt haben &ndash; bei einem wahrlich &ldquo;g&uuml;nstigen&rdquo;&nbsp;Zins von 7 % fest. Bei den &uuml;blichen 9% Schuldzinsen &ndash; die Banken wollen ja auch leben &ndash;&nbsp;ist es schon&nbsp;fast der dreifache&nbsp;Betrag der Leihsumme, der zur&uuml;ckgezahlt werden muss. Keine so leichte Aufgabe, wenn der Mann schon 40 Jahre alt ist&hellip;<\/p>\n\n\n\n<p>Was sich nicht simulieren l&auml;sst, ist die Tatsache, dass andere dieses Geld verdienen, damit die Schulden zur&uuml;ckgezahlt werden k&ouml;nnen. Im Falle der Staatsverschuldung, k&ouml;nnen Schulden nur getilgt werden, wenn die Staatsausgaben entweder niedrig genug oder die &ndash;einnahmen hoch genug sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erleben jedoch die Verringerung von Staatseinnahmen durch Steuererl&auml;sse f&uuml;r die Verm&ouml;genden,&nbsp;weniger Steuern durch zunehmende Arbeitslosigkeit und eine&nbsp;gleichzeitige Steigerung der Staatsausgaben f&uuml;r Arbeitslose und Bed&uuml;rftige.<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte der Staat in die Lage kommen wollen, seine Schuld zur&uuml;ckzuzahlen, dann w&auml;re folgender finanzpolitischer Kraftakt notwendig:<\/p>\n\n\n\n<p>J&auml;hrliche R&uuml;ckzahlung von 95 bis 120 Milliarden &euro;uro statt der bisherigen 75 Milliarden. Dies bed&uuml;rfte einer <strong>Steigerung der Wirtschaftsleistung von 25 % statt der bislang dauernd&nbsp;verfehlten 2,5%!<\/strong> Dann endet die Schuld nach 30 Jahren bei R&uuml;ckzahlung von zwischen 3 bis 3,5 Billionen &ndash; f&uuml;r aufgenommene 1,5 Billionen!<\/p>\n\n\n\n<p>J&auml;hrlich ca. 100 Milliarden &euro;uro, die nicht f&uuml;r Investitionen, nicht f&uuml;r Arbeit &amp; Soziales, nicht f&uuml;r Kultur und Bildung zur Verf&uuml;gung stehen!<\/p>\n\n\n\n<p>Die bisher gezahlten Zinsen f&uuml;r nicht getilgte Schulden und Schuldenerweiterungen seit 1950 von mehr als 1,5 Billionen &euro;uro bleiben hier unber&uuml;cksichtigt. Sonst w&auml;ren es in 30 Jahren fast 5 Billionen &euro;uro. Die werden es vielleicht schon deswegen, weil die k&uuml;nftig wachsenden Pensionsanspr&uuml;che, f&uuml;r die bisher nicht gen&uuml;gend R&uuml;cklagen gebildet wurden, auch noch hinzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Staat ist &ndash; allen voran die Finanzminister &ndash; nicht zu beneiden. Kein einziger Regierungswechsel brachte den angek&uuml;ndigten Wechsel in der Schuldenpolitik. Je Wechsel, desto Schulden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Absichten des Staates, mit Konjunkturprogrammen, die Wirtschaft anzukurbeln sind nicht grunds&auml;tzlich zu kritisieren. Unsere staatlich verantwortlichen Finanzpolitiker sind nicht d&uuml;nner anger&uuml;hrt, als ihre Kollegen in anderen L&auml;ndern der Welt. Unser Geldsystem l&auml;sst keinem von ihnen eine andere Wahl.<\/p>\n\n\n\n<p>Einer der ersten Finanzminister nach Ludwig Erhardt ist wegen einer Verschuldung von 2 Milliarden DM w&auml;hrend seiner Amtszeit zur&uuml;ckgetreten, ohne dass er bedr&auml;ngt wurde. An guten Absichten hat es noch keinem gemangelt. Selbst Hans Eichel galt f&uuml;r kurze Zeit als finanzpolitischer Stern am Himmel, als er die Unternehmen zwang, sich zu verschulden, und mit diesen Krediten, die Staatseinnahmen um 20 Prozent erh&ouml;ht werden konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es waren die &uuml;berteuerten UMTS&ndash;Lizenzen, f&uuml;r die er den Anbietern von Mobilfunknetzen in Deutschland 51 Milliarden &euro;uro abnahm. Brutto. Die Steuerausf&auml;lle f&uuml;r diese Investitionen von ca. 20 Milliarden &euro;uro m&uuml;ssen davon abgezogen werden. Dass diese &ldquo;Investitionen&rdquo; die beteiligten Netzanbieter zu jahrelangen &ldquo;Restrukturierungen&rdquo; zwangen, sprich zum Abbau von Arbeitspl&auml;tzen, damit die Kapitalkosten &uuml;berhaupt bedient werden konnten und k&ouml;nnen, daran musste im Jahre 2000 noch keiner denken. Auch daran nicht, dass mit dem Arbeitsplatzabbau auch der Ast d&uuml;nner wird, der den Staat tr&auml;gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verbindung Arbeitslosigkeit und Steuerausf&auml;llen bei gleichzeitiger Aufwandsteigerung f&uuml;r das Gemeinwesen wurde bereits erw&auml;hnt. Der Staat nimmt in unserer Volkswirtschaft neben den Unternehmen eine zentrale Stellung ein. Er ist der gr&ouml;&szlig;te volkswirtschaftliche Kunde. Ein Megaauftraggeber. Und er gibt vor, Interessenunterschiede zwischen Starken und Schwachen ausgleichen zu wollen und ausgleichen zu k&ouml;nnen. Vernachl&auml;ssigen wir an dieser Stelle bewusst Anspruch und Wirklichkeit. Vernachl&auml;ssigen wir die Rolle des Staates bei der Durchsetzung von privaten Interessen, von Interessen der Geldaristokratie, der Geldoligarchie.<\/p>\n\n\n\n<p>Nehmen wir an dieser Stelle den guten Willen f&uuml;r die Tat. Der Staat m&ouml;chte Benachteiligungen ausgleichen. M&ouml;chte den Alten und Kranken den Witwen und Waisen, den Eltern und Kindern einen Halt geben. Einen Halt in der Brandung einer nicht beherrschten Konjunktur. K&ouml;nnte er dieses Ziel erreichen, selbst fern jeder Anf&auml;lligkeit f&uuml;r Korruption und Misswirtschaft?<\/p>\n\n\n\n<p>Warum steht jeder kapitalistische Staat irgendwann unter einem Verschuldungszwang?<\/p>\n\n\n\n<p>M&ouml;gen die Absichten von Politikern weit besser sein als ihr Ruf. Gegen die wachsenden Ungleichgewichte, die bei einer&nbsp;wirtschaftlichen Entwicklung welche auf Zinsgeld basiert,&nbsp;auftreten m&uuml;ssen, ist die Regierung, ist der Staat machtlos. Im Gegenteil. Diese Entwicklung erh&ouml;ht die Anf&auml;lligkeit f&uuml;r Korruption und Vetternwirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Folgen der Wirtschaftskrisen werden von Staaten mit Kreditaufnahmen und Konjunkturprogrammen gepuffert. Es ist zumindest der Versuch, etwas zu puffern. Da die Ursachen der Krisen nicht beseitigt werden, entstehen mit der Schuldenaufnahme neue, st&auml;rkere Krisen. Diese machen gr&ouml;&szlig;ere Programme notwendig &ndash; und so weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mechanismus, der zu einer strukturell falschen Verteilung von gesellschaftlich erarbeitetem Reichtum f&uuml;hrt und damit die Rolle des Staates untergr&auml;bt, wird noch ausf&uuml;hrlicher beschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist die Unf&auml;higkeit der Wirtschaft kontinuierlich zu sein, die den Staat an den Abgrund f&uuml;hrt. Der Staat selbst ist in keinem Land der Akteur, sondern laviert mehr zwischen den Interessengruppen, die ihn benutzen wollen, als dass er ihnen korrekte Rahmenbedingungen setzt. Solange das Auf und Ab in der Wirtschaft &ndash; seit einigen Jahren, dass Ab und Ab &ndash; als eine Naturgesetzlichkeit angesehen und entsprechend naiv behandelt wird, k&ouml;nnen alle Ma&szlig;nahmen nicht einmal zuf&auml;llig den gew&uuml;nschten Erfolg erzielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht in Deutschland. Nicht in Europa. Und schon gar nicht weltweit.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button alignright is-style-outline is-style-outline--1\"><a class=\"wp-block-button__link has-background has-vivid-green-cyan-background-color\" href=\"http:\/\/humanwirtschaftspartei.de\/?page_id=842\" style=\"border-radius:10px\">Rundgang<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Staatsverschuldung Unser Staat sitzt in der Klemme.T\u00e4glich rinnen ihm Millionen Steuereinnahmen durch die Finger.Mehr als 200 Millionen Euro jeden Tag!Soviel viel Verm\u00f6gen hat nicht jeder &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":238,"featured_media":0,"parent":829,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_coblocks_attr":"","_coblocks_dimensions":"","_coblocks_responsive_height":"","_coblocks_accordion_ie_support":"","_uag_custom_page_level_css":"","advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":"","footnotes":""},"class_list":["post-840","page","type-page","status-publish","hentry"],"uagb_featured_image_src":{"full":false,"thumbnail":false,"medium":false,"medium_large":false,"large":false,"tf-client-image-size":false,"1536x1536":false,"2048x2048":false,"bam-large":false,"bam-featured":false,"bam-list":false,"bam-thumb":false,"bam-small":false,"mailpoet_newsletter_max":false,"audioigniter_cover":false,"tptn_thumbnail":false},"uagb_author_info":{"display_name":"Web Master","author_link":"https:\/\/humanwirtschaftspartei.de\/?author=238"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Staatsverschuldung Unser Staat sitzt in der Klemme.T\u00e4glich rinnen ihm Millionen Steuereinnahmen durch die Finger.Mehr als 200 Millionen Euro jeden Tag!Soviel viel Verm\u00f6gen hat nicht jeder &hellip;","coauthors":[],"author_meta":{"author_link":"https:\/\/humanwirtschaftspartei.de\/?author=238","display_name":"Web Master"},"relative_dates":{"created":"Ver\u00f6ffentlicht 12\u00a0Jahren vor","modified":"Aktualisiert 7\u00a0Jahren vor"},"absolute_dates":{"created":"Ver\u00f6ffentlicht am 31. 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