{"id":24583,"date":"2025-07-27T10:49:00","date_gmt":"2025-07-27T08:49:00","guid":{"rendered":"https:\/\/humanwirtschaftspartei.de\/?p=24583"},"modified":"2025-07-18T18:50:29","modified_gmt":"2025-07-18T16:50:29","slug":"alternative-und-freie-geldsysteme-in-der-vergangenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/humanwirtschaftspartei.de\/?p=24583","title":{"rendered":"Alternative und freie Geldsysteme in der Vergangenheit"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Humanwirtschaftspartei stellt vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Sicherlich werden Sie sich schon oft dabei erwischt haben, Diejenigen zu verfluchen welche das Geld erfunden haben. Allen voran mit allen negativen Auswirkungen welche wir von dem uns bekannten Geldsystemen kennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu allem &Uuml;berdruss wird uns dieses Geldsystem als alternativlos verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p>Und abergl&auml;ubig und gutgl&auml;ubig wie wir nun mal sind glauben wir dies auch noch ohne die Dinge zu hinterfragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber hinterfragen wir nun einmal die Dinge bewusst. Gibt es wirklich keine Alternativen???<\/p>\n\n\n\n<p>Korngiro in &Auml;gypten<\/p>\n\n\n\n<p>Umfangreiche, auf Papyrus niedergeschriebene Dokumente zeigen, dass es bereits 322 bis 30 v. Chr. in &Auml;gypten ein ausgedehntes Verrechnungssystem gegeben hat. Bauern konnten ihr Korn an staatliche Lagerh&auml;user zur Aufbewahrung liefern und erhielten daf&uuml;r eine Gutschrift, auf der genau Qualit&auml;t und Jahrgang festgehalten wurden. Hugo Godschalk schreibt in seinem Buch Die geldlose Wirtschaft: &bdquo;Der Bauer war auf diese Art und Weise gegen Diebstahl oder physische Vernichtung durch Feuer, &Uuml;berflutung und so weiter gesch&uuml;tzt, womit er die Kosten der Speicherung einsparte.&ldquo; Per &Uuml;berweisungsauftrag an das staatliche Lagerhaus konnte er Steuern an den Staat und sonstige Verpflichtungen wie Pachtzinsen bezahlen. Gegen&uuml;ber der sp&auml;teren Geldwirtschaft hatte der Bauer au&szlig;erdem den Vorteil, nicht gezwungen zu sein, sein Korn gleich nach der Ernte am Markt gegen Zahlungsmittel verkaufen zu m&uuml;ssen, wenn die Preise infolge des gr&ouml;&szlig;eren Angebots niedriger waren. Mit einer Art Anweisungsscheck konnten G&uuml;terk&auml;ufe &uuml;ber das Korngirosystem bezahlt werden. Das Getreidema&szlig; diente dabei lediglich als Verrechnungsgrundlage, ohne dass es selbst als Tauschmittel benutzt wurde. Bei &bdquo;&Uuml;berweisungen&ldquo; zwischen verschiedenen Korngirokreisen wurden die Schulden kompensatorisch mit Getreidelieferungen ausgeglichen. W&auml;hrend des ersten bis vierten Jahrhunderts n. Chr. unter der r&ouml;mischen Herrschaft gab es neben dem staatlichen Korngiro auch den Geld-Giroverkehr, der von Privatbanken betrieben wurde. Im Gegensatz zu den Geld-Girokonten wurden aber die Konten der Korngiro-Teilnehmer nicht verzinst. Hugo Godschalk: &bdquo;Im Korngiro musste der Kontoinhaber eine Lagergeb&uuml;hr f&uuml;r die Speicherung, die Verwaltung, das Trocknen und so weiter bezahlen. Die Lagergeb&uuml;hr richtete sich nach der Quantit&auml;t und vermutlich auch nach der Lagerungszeit. Die Geb&uuml;hren bezogen sich auf das Giroguthaben. Es handelt sich hier also um eine Art negativer Verzinsung der Guthaben.&ldquo;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese negative Verzinsung von Guthaben im Korngirosystem war sicherlich ein wesentlicher Grund, warum sich dieses System auch nach der Einf&uuml;hrung der Geldwirtschaft weiterhin behaupten konnte. Das Zahlungsmittel Korngiro hatte &ndash; bedingt durch die Lagergeb&uuml;hr &ndash; die gleichen Eigenschaften wie jede Ware, deren Zur&uuml;ckhaltung durch Lagerung, Verderb et cetera Kosten verursacht. Es war ausgeschlossen, mit Korngiro zu spekulieren oder in diesem System Zinsen zu nehmen und so ein leistungsloses Einkommen zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mittelalterliche Brakteaten<\/p>\n\n\n\n<p>Mittelalterliche Brakteaten (Hohlpfennige) sind einseitig aus d&uuml;nnem Silberblech gepr&auml;gte Pfennige mit einem Durchmesser von 22 bis 45 mm. Das M&uuml;nzbild erscheint in einem hohen Relief, w&auml;hrend die R&uuml;ckseite hohl bleibt. Die gro&szlig;e Fl&auml;che lie&szlig; viel Platz f&uuml;r k&uuml;nstlerische Darstellungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Brakteaten waren von Mitte des 12. Jahrhunderts bis ins 14. Jahrhundert fast im gesamten deutschsprachigen Raum (mit Ausnahme des Rheinlands, Westfalens und des Mittelrheingebiets) die vorherrschende regionale M&uuml;nzsorte. W&auml;hrungsgeschichtlich gesehen sind Brakteaten typisch f&uuml;r die regionalen Pfennigw&auml;hrungen der Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>In einigen Regionen wurden die Brakteaten in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden verrufen und mussten gegen neues Geld eingetauscht werden. In Magdeburg geschah dies im 12. Jahrhundert zweimal j&auml;hrlich. Dabei waren z. B. drei neue gegen vier alte M&uuml;nzen zu wechseln. Die einbehaltene 4. M&uuml;nze wurde als Schlaggeld bezeichnet und war oft die einzige Steuereinnahme des M&uuml;nzherrn (Renovatio Monetae). Die Verrufung st&ouml;rte die Gesch&auml;ftsinteressen alljener, die an der damaligen Geldwirtschaft beteiligt waren, namentlich die H&auml;ndler, die in den deutschen St&auml;dteb&uuml;nden dominierten. Gleichzeitig f&uuml;hrte die stete Geldentwertung zu einem enormen Investitionsdrang, sodass Handwerker und H&auml;ndler ihre Unternehmungen stark ausbauten, die Deutsche Hanse gegr&uuml;ndet wurde und schlussendlich viele der heutigen St&auml;dte durch die Hanse gegr&uuml;ndet werden konnten. Der Grund des Investitionsdruckes sehen einige darin begr&uuml;ndet, dass niemand der letzte sein wollte, der bei den teils zweimal j&auml;hrlich auftretenden Verrufungen der Brakteaten das Schlaggeld bezahlen musste und somit ja 25 % des Geldwertes verloren h&auml;tte. Das Ausbauen und Investieren in den eigenen Betrieb galt als praktischer Schutz vor der Geldentwertung und f&uuml;hrte zu gro&szlig;em Wohlstand. Die St&auml;dteb&uuml;nde f&uuml;hrten dann ab 1413 einen sogenannten &bdquo;Ewigen Pfennig&ldquo; ein. Mit dem Ende der Verrufungen begann das Ende der Brakteatenzeit und es wurden wieder die auch vorher &uuml;blichen dickeren und doppelseitigen Pfennige gepr&auml;gt. Die letzten Brakteaten waren Wanderbrakteaten, also Pr&auml;senzzeichen von Pilgern, und waren bis zum 17. Jahrhundert in Verwendung.<\/p>\n\n\n\n<p>Erzbischof Wichmann von Seeburg<\/p>\n\n\n\n<p>Wichmann von Seeburg-Querfurt (* vor 1116 wahrscheinlich auf Burg Glei&szlig;; &dagger; 25. August 1192 in K&ouml;nnern) war von 1149 bis 1154 Bischof von Naumburg und anschlie&szlig;end, nachdem er von 1152 bis 1154 Verweser des Erzbistums Magdeburg war, von 1154 bis 1192 Erzbischof von Magdeburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Erzbischof Wichmann pr&auml;gte Brakteaten w&auml;hrend seiner Amtszeit als Erzbischof von Naumburg und Magdeburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Er war mitunter der Begr&uuml;nder eines der erfolgreichsten Geldsysteme auf deutschen Boden. Dank dieses Geldsystems florierte damals in Magdeburg und Umgebung die Wirtschaft und Kultur. Dort wo wir heute nur Elend und Verarmung der breiten Massen der Gesellschaft vorfinden, erlebten die Menschen damals das genaue Gegenteil. Statt heutige Endzeitstimmung bestand damals Hoffnung auf eine Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute ignorieren wir dieses erfolgreiche Geldsystem der deutschen Geschichte und leisten uns ein Geldsystem, dass &uuml;ber 90 Prozent der Bev&ouml;lkerung keinen Nutzen schenkt und nur zu noch mehr Verarmung f&uuml;hren wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort wo damals auf st&auml;dtischen Marktplatzen das Leben und der Handel florierte erleben wir heute zur Mittagsstunde nur noch g&auml;hnende Leere.<\/p>\n\n\n\n<p>&bdquo;Tote Hose- Stadt Nix(mehr)los&ldquo;<\/p>\n\n\n\n<p>Dies sollte und kann f&uuml;r unsere St&auml;dte allerdings nicht die Zukunft sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur&uuml;ck zu Wichmann, Brakteaten und umlaufgesicherten &bdquo;Freigeld&ldquo;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit &bdquo;Freigeld&ldquo; zur Freiheit vor Armut und Verelendung.<\/p>\n<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"\" data-post-id=\"24583\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">    <\/span>\r\n<\/div><div class=\"pld-dislike-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-dislike-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"\" data-post-id=\"24583\" data-trigger-type=\"dislike\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-down\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-dislike-count-wrap pld-count-wrap\"><\/span>\r\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Humanwirtschaftspartei stellt vor. 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