{"id":24906,"date":"2026-05-15T10:00:00","date_gmt":"2026-05-15T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/humanwirtschaftspartei.de\/?p=24906"},"modified":"2026-05-12T18:51:46","modified_gmt":"2026-05-12T16:51:46","slug":"gehoert-der-islam-zu-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/humanwirtschaftspartei.de\/?p=24906","title":{"rendered":"Geh\u00f6rt der Islam zu Deutschland ?"},"content":{"rendered":"\n<p>Viele Zeitgenossen von uns besch&auml;ftigen sich mit der Frage ob der Islam zu Deutschland geh&ouml;rt? Dabei wollen wir mit diesem Artikel die Spreu vom Weizen trennen. Die selbsternannten Vaterlandsretter und Christentumverteidiger vertreten nat&uuml;rlich die Behauptung, dass der Islam nicht zu Deutschland geh&ouml;re und warten diesbez&uuml;glich mit doch recht &bdquo;rechten&ldquo; und abenteuerlichen Argumenten auf. Wir wollen uns mit diesem Artikel nicht auf unser Bauchgef&uuml;hl verlassen, sondern einen geschichtlichen R&uuml;ckblick auf die Geschichte des Islams in Deutschland anbieten. Anfangen wollen wir in der Stauferzeit mit einem bis heute der ungew&ouml;hnlichsten Herrscher auf dem r&ouml;misch-deutschen Kaiserthron. Dem Stauferkaiser Friedrich II.<\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich II. (italienisch Federico II di Svevia, * 26. Dezember 1194 in Jesi bei Ancona, Reichsitalien; &dagger; 13. Dezember 1250 in Castel Fiorentino bei Lucera, K&ouml;nigreich Sizilien) aus dem Adelsgeschlecht der Staufer war ab 1198 K&ouml;nig von Sizilien, ab 1212 r&ouml;misch-deutscher K&ouml;nig und von 1220 bis zu seinem Tod Kaiser des r&ouml;misch-deutschen Reiches.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Hof entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum der Dichtung und Wissenschaft. Seiner Vorliebe f&uuml;r die Falknerei folgend verfasste er sein ber&uuml;hmtes Werk De arte venandi cum avibus (&bdquo;&Uuml;ber die Kunst mit V&ouml;geln zu jagen&ldquo;).<\/p>\n\n\n\n<p>Stauferkaiser Friedrich II. (1194&ndash;1250) pflegte ein bemerkenswert offenes, von kulturellem Austausch gepr&auml;gtes Verh&auml;ltnis zum Islam, was ihm den Ruf eines &bdquo;getauften Sultans&ldquo; einbrachte. Trotz seiner Rolle als Kreuzfahrer nutzte er muslimische Gelehrte, Leibgarden und Verwaltungsbeamte, besonders nach der Ansiedlung sizilianischer Muslime in Lucera, was ihn zu einer Br&uuml;ckenfigur zwischen Christentum und Islam machte.<\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich II. sprach Arabisch und interessierte sich brennend f&uuml;r islamische Philosophie, Astronomie und Mathematik. Er korrespondierte mit Gelehrten aus der islamischen Welt, beispielsweise zu philosophischen Fragen mit dem maghrebinischen Sufi Ibn Sab&rsquo;in.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Kreuzzug, den Friedrich II. aufgrund p&auml;pstlichen Befehls und Drucks unternehmen musste, hatte er mehrere Male hinausgez&ouml;gert. Als er 1228 letztendlich mit seiner Armee aufbrechen musste, waren viele seiner Soldaten, die den Kern der Truppe ausmachten, die ihm treu ergebenen Sarazenen. Friedrichs Kreuzzug war daraufhin der einzige der Geschichte, der ohne Blutvergie&szlig;en und Gemetzel verlief. Der Patriarch Jerusalems berichtete, dass &raquo;nicht einmal zehn tote oder gefangene Sarazenen&laquo; zu sehen waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich erh&auml;lt den Beinamen &ldquo;Stupor Mundi&rdquo; &ndash; &ldquo;Das Staunen der Welt.&rdquo; In seiner Betonung von Rechtsstaatlichkeit ist er au&szlig;ergew&ouml;hnlich modern. Seine Toleranz und Offenheit ist f&uuml;r einen mittelalterlichen Herrscher au&szlig;ergew&ouml;hnlich. Die f&uuml;r die weitere Entwicklung Europas wichtigste Eigenschaft ist jedoch seine Wissbegierde. An seinem Hof versammeln sich christliche, muslimische und j&uuml;dische Gelehrte und Dichter. Sein Hof wird zur &ldquo;Drehscheibe des Kulturtransfers&rdquo;.<\/p>\n\n\n\n<p>Die muslimischen Enklaven in S&uuml;ditalien erleben 50 Jahre nach dem Tod des Kaisers ein grausames Ende. Bei der Eroberung Luceras und der umliegenden Orte werden zehntausende Muslime get&ouml;tet, oder in die Sklaverei verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p>Im 14. Jahrhundert beseitigt man systematisch die Erinnerung an diese Epoche. Moscheen werden zerst&ouml;rt und der muslimische Einfluss ger&auml;t in Vergessenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Geschichte der Muslime in Hannover<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits im 17. Jahrhundert lebten in der damaligen Residenzstadt Hannover Menschen, die sich zum Islam bekannten. Einer von ihnen war Hammet, der im Jahr 1683 vor Wien nach der Zweiten Wiener T&uuml;rkenbelagerung zun&auml;chst gefangen genommen worden war, dann aber als Lakai oder sogenannter Kammert&uuml;rke am Hof der Kurf&uuml;rstin Sophie von der Pfalz im Leineschloss und im Schloss Herrenhausen diente. Von Hammet finden sich im &ouml;ffentlichen Raum von 1691 bis heute die sogenannten T&uuml;rkengr&auml;ber von Hammet und Hasan (t&uuml;rkisch: Mehmed ve Hasan) auf dem Neust&auml;dter Friedhof. Hammet und Hasan durften nach dem von ihnen gew&uuml;nschten muslimischen Ritus bestattet werden; ihre beiden Grabm&auml;ler z&auml;hlen zu den &auml;ltesten bekannten und erhaltenen Grabst&auml;tten sogenannter Beutet&uuml;rken in Deutschland. Ein ber&uuml;hmter Moslem in der Residenzstadt des Kurf&uuml;rstentums Hannover &ndash; und ab der Personalunion zwischen Gro&szlig;britannien und Hannover auch in London &ndash; war der osmanische und sp&auml;ter geadelte Ludwig Maximilian Mehmet von K&ouml;nigstreu (um 1691&ndash;1729).<\/p>\n\n\n\n<p>Geschichte der Muslime im K&ouml;nigreich Preu&szlig;en<\/p>\n\n\n\n<p>1701 kam der erste offizielle osmanische Diplomat, Mektup&ccedil;u Azmi Said Efendi, in das damalige Heilige R&ouml;mische Reich. Anlass f&uuml;r diesen Besuch war die Kr&ouml;nung Friedrichs I. am 18. Januar 1701 im K&ouml;nigsberger Schloss zum K&ouml;nig in Preu&szlig;en. Dessen Sohn, K&ouml;nig Friedrich Wilhelm I., erhielt vom Herzog von Kurland zwanzig gro&szlig;gewachsene t&uuml;rkische Kriegsgefangene als Geschenk f&uuml;r sein Garderegiment der Langen Kerls. Nach Muhammad Salim Abdullah lie&szlig; Friedrich Wilhelm I. mit dem Dekret zu Potsdam 1731 bzw. 1732 f&uuml;r diese Muslime im Milit&auml;rwaisenhaus am Langen Stall in Potsdam einen Saal als &bdquo;erste Moschee&ldquo; errichten, zudem sei sp&auml;testens im Jahr 1739 die erste islamische Gemeindegr&uuml;ndung auf deutschem Boden erfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Nachfolger Friedrich Wilhelms I., Friedrich der Gro&szlig;e, bekannte sich in seiner Antwort auf eine Anfrage der Stadt Frankfurt am Main aus dem Jahre 1740, ob ein Katholik das B&uuml;rgerrecht in einer evangelischen Stadt erwerben d&uuml;rfe, umfassend zur Religionsfreiheit:<\/p>\n\n\n\n<p>&bdquo;Alle Religionen seindt gleich und guht, wan nuhr die Leute, so sie profesieren (= aus&uuml;ben), erliche Leute seindt, und wen T&uuml;rken und Heiden k&auml;hmen und wolten das Land p&ouml;bplieren (= bev&ouml;lkern), so wollen wier sie Mosqueen und Kirchen bauen.&ldquo; Am 29. Oktober 1798 verstarb der dritte osmanische Gesandte, Ali Aziz Efendi. Der preu&szlig;ische K&ouml;nig stellte zu seiner Bestattung ein Gel&auml;nde zur Verf&uuml;gung. Es folgte noch ein Tausch des Gel&auml;ndes. Dieses neue Gel&auml;nde bildete den Grundstein des bis heute benutzten t&uuml;rkischen Friedhofs am Columbiadamm.<\/p>\n\n\n\n<p>Preu&szlig;isch-deutsche Muslime k&auml;mpften in den Feldz&uuml;gen Friedrich des Gro&szlig;en und in der Schlacht bei Preu&szlig;isch Eylau am 7. und 8. Februar 1807 gegen Napoleons Armee.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Erinnerung, w&auml;hrend am 12.Juli.1806 etliche deutsche F&uuml;rsten zu Napoleon &uuml;berliefen und mit diesem den &bdquo;Rheinbund&ldquo; gr&uuml;ndeten, verteidigten Muslime in der Schlacht von 1807 ein deutsches K&ouml;nigreich gegen Napoleon.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer waren nun die wahren Vaterlandsverteidiger und Vaterlandsverr&auml;ter???<\/p>\n\n\n\n<p>Die Moschee in W&uuml;nsdorf war die erste Moschee in Deutschland. Sie existierte von 1915 bis 1930 und befand sich im sogenannten Halbmondlager, einem Kriegsgefangenenlager des Ersten Weltkriegs, in W&uuml;nsdorf. Fr&uuml;her erbaute, &auml;u&szlig;erlich Moscheen nachempfundene Geb&auml;ude, etwa in Potsdam (Dampfmaschinenhaus f&uuml;r Sanssouci) oder im Schlossgarten von Schwetzingen, waren nicht f&uuml;r den muslimischen Gottesdienst gedacht, sondern dienten dekorativen Zwecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Als 1924 der Grundstein f&uuml;r die Moschee in Berlin-Wilmersdorf gelegt wurde, verfiel der provisorische Holzbau in W&uuml;nsdorf. Die &bdquo;Gesellschaft f&uuml;r islamische Gottesverehrung&ldquo; bot 1927 an, die W&uuml;nsdorfer Holzmoschee f&uuml;r 10.000 Reichsmark dem deutschen Staat zu verkaufen und das Geld f&uuml;r den Wilmersdorfer Neubau zu verwenden. Zwei Jahre vor der Fertigstellung der Wilmersdorfer Moschee 1928 wurde das W&uuml;nsdorfer Geb&auml;ude abgerissen. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Areal mit milit&auml;rischen Funktionsbauten &uuml;berbaut. Die Wilmersdorfer Moschee (historisch auch: Berliner Moschee, Indische Moschee oder Ahmadiyya-Moschee) ist die &auml;lteste bestehende Moschee Deutschlands. Sie wurde zwischen 1924 und 1928 im Auftrag der Ahmadiyya Andschuman Isha&rsquo;at-i-Islam Lahore (AAIIL) auf dem Eckgrundst&uuml;ck Brienner\/Berliner Stra&szlig;e im Berliner Ortsteil Wilmersdorf erbaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Bayern und die orientalische Architektur<\/p>\n\n\n\n<p>Die Moschee im Schwetzinger Schlossgarten (auch als &bdquo;Rote Moschee&ldquo; bekannt) ist ein Bauwerk im Garten des Schwetzinger Schlosses in Baden-W&uuml;rttemberg, das von Hofarchitekt Nicolas de Pigage Ende des 18. Jahrhunderts erbaut wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Moscheebau wurde im Jahr 1779 begonnen und 1792\/93 beendet, wobei die Minarette erst in den Jahren 1795\/96 fertiggestellt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Karl-Theodor zu Pfalz-Bayern<\/p>\n\n\n\n<p>Karl (auch Carl) Philipp Theodor (* 10. Dezember 1724 auf Schloss Drogenbos bei Br&uuml;ssel[1]; &dagger; 16. Februar 1799 in der M&uuml;nchner Residenz) war seit dem 31. Dezember 1742 als Karl IV. Pfalzgraf und Kurf&uuml;rst von der Pfalz sowie Herzog von J&uuml;lich-Berg. Seit dem 30. Dezember 1777 war er als Karl II. auch Kurf&uuml;rst von Bayern und damit der erste Herrscher Pfalzbayerns. Seine Regierungszeit hatte enorme Bedeutung f&uuml;r die kulturelle, &ouml;konomische und infrastrukturelle Entwicklung des s&uuml;ddeutschen Raumes in der zweiten H&auml;lfte des 18. Jahrhunderts.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein getaufter Katholik baut in seinen Landen das erste moscheeartige Geb&auml;ude in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>Orientalisierende Architektur<\/p>\n\n\n\n<p>Als orientalisierende Architektur werden Bauwerke bezeichnet, die in Form und Dekor orientalische Bauformen imitieren oder zitieren. Es handelt sich dabei um eine Variante des Historismus, die in Zusammenhang mit dem Orientalismus in der Kunst zu sehen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wilhelma, Eingangspavillon und Kassenh&auml;uschen im Zoo Stuttgart. Das ehemalige Rathaus von Sarajevo. Das ehemalige Fabrikgeb&auml;ude der Zigarettenfabrik Yenidze in Dresden. Das ehemalige Cafe Orient in Wiesbaden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ehemaliges arabisches Cafe in D&uuml;sseldorf. Zachelfabrik in Wien. Spanische Synagoge in Prag. Gro&szlig;e Synagoge in Budapest. Marokkanisches Haus Schlo&szlig; Linderhof. Maurischer Kiosk Schlo&szlig; Linderhof. Kornspeicher und Wohnhaus der Familie Alexander Gentz in Neuruppin-Gentzrode. Maurisches Bad im Schweriner Schloss. T&uuml;rkisches Bad (auch als Maurisches Kabinett bezeichnet) in Schloss Albrechtsberg bei Dresden. Maurisches Kabinett im Belvedere auf dem Pfingstberg in Potsdam. Villa und G&auml;rtnerhaus im Tempelgarten in Neuruppin. Das ehemalige Dampfmaschinenhaus f&uuml;r Sanssouci &ndash; auch &bdquo;Pumpenhaus&ldquo; in Potsdam.<\/p>\n\n\n\n<p>Carl von Diebitsch<\/p>\n\n\n\n<p>Carl Wilhelm von Diebitsch (* 13. Januar 1819 in Liegnitz; &dagger; 15. Juni 1869 in Kairo) war ein preu&szlig;ischer Architekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch Carl von Diebitsch erfuhr die orientalisierende Architektur in Preu&szlig;en, eingeleitet von Karl Friedrich Schinkel und Ludwig Persius, eine entscheidende Weiterentwicklung. Die Forschungen um sein Wirken unterst&uuml;tzen u. a. die Kinder des Rudolf von Sch&ouml;n-Angerer.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Weimarer Klassik und der Islam<\/p>\n\n\n\n<p>Johann Wolfgang von Goethe<\/p>\n\n\n\n<p>Die Auseinandersetzung der Weimarer Klassik mit dem Islam war vor allem durch Johann Wolfgang von Goethe gepr&auml;gt, der sich intensiv mit der arabischen Welt, der Dichtung und dem Koran besch&auml;ftigte. W&auml;hrend die Weimarer Klassik (ca. 1786&ndash;1832) prim&auml;r f&uuml;r Ideale wie Humanit&auml;t, Harmonie und antike Vorbilder bekannt ist, stellt Goethes Sp&auml;twerk eine Br&uuml;cke zum Orient dar. Goethes West-&ouml;stlicher Divan (1819) Intensive Auseinandersetzung: Goethe las den Koran, besch&auml;ftigte sich mit dem Propheten Mohammed und versuchte sich sogar an arabischen Schreib&uuml;bungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Islam und die orientalische Poesie wurden von Goethe als Bereicherung f&uuml;r das westliche Verst&auml;ndnis empfunden. Er entwickelte einen &ldquo;Sinn&rdquo; f&uuml;r den arabischen Stil, besonders im sp&auml;teren Alter.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einfluss des Islams auf die Weimarer Klassik<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einfluss des Islams auf die Weimarer Klassik war zwar kein zentraler Strukturfaktor der Epoche, aber ein signifikanter kultureller und literarischer Impuls, der insbesondere durch Johann Wolfgang von Goethe und in geringerem Ma&szlig;e Johann Gottfried Herder vermittelt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich der Gro&szlig;e (II. von Preu&szlig;en) und der Islam<\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich der Gro&szlig;e (II. von Preu&szlig;en) praktizierte im 18. Jahrhundert eine aufgekl&auml;rte Toleranz gegen&uuml;ber dem Islam. Aus pragmatischen Gr&uuml;nden und politischem Kalk&uuml;l f&ouml;rderte er religi&ouml;se Offenheit, um Einwanderung zu f&ouml;rdern, Siedler anzuziehen und den preu&szlig;ischen Staat zu st&auml;rken. Muslime wurden als loyale Untertanen gesch&auml;tzt. Pragmatische Toleranz: Seine Haltung war weniger theologisch als vielmehr pragmatisch. &ldquo;Wenn T&uuml;rken und Heiden k&auml;men und wollten das Land bev&ouml;lkern, so wollen wir sie Moscheen bauen&rdquo;, ist ein ber&uuml;hmtes, wenn auch oft zitiertes Zitat, das seine Haltung zur Religionsfreiheit (solange sie dem Staat n&uuml;tzt) widerspiegelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaiser Wilhelm II und der Islam<\/p>\n\n\n\n<p>Kaiser Wilhelm II. pflegte eine strategisch motivierte Freundschaft zum Islam und zum Osmanischen Reich, gipfelnd in seiner Rede 1898 in Damaskus, in der er sich als Freund der &bdquo;300 Millionen Mohammedaner&ldquo; bezeichnete.<\/p>\n\n\n\n<p>Halbmond-Camp&ldquo;: F&uuml;r muslimische Kriegsgefangene lie&szlig; Wilhelm II. 1915 das erste Moschee-Bauwerk auf deutschem Boden im Lager W&uuml;nsdorf (bei Berlin) errichten. Pers&ouml;nliches Interesse: Trotz seines eigenen, eher zeremoniellen Protestantismus zeigte sich der Kaiser zeitweise offen gegen&uuml;ber dem Islam, was zu Ger&uuml;chten einer m&ouml;glichen Konversion f&uuml;hrte, die jedoch nicht der Wahrheit entsprachen. Wilhelm II. verfolgte somit eine pragmatische Politik, die den Islam als geopolitisches Instrument zur Weltmachtstellung des Deutschen Reiches nutzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausnutzung von Muslimen f&uuml;r den deutschen Militarismus<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aussage, dass bis zu 1500 Soldaten islamischen Glaubens st&auml;ndig in der preu&szlig;ischen Armee gedient haben, findet sich in historischen Aufzeichnungen &uuml;ber die Pr&auml;senz von Muslimen in Deutschland vor 1945. Preu&szlig;ische Armee: Diese Zahl bezieht sich prim&auml;r auf den Zeitraum vor und w&auml;hrend des Ersten Weltkriegs, in dem Muslime (oft aus den russischen Randgebieten oder Tataren) in der preu&szlig;ischen Armee dienten. Die Zahl von 1500 ist somit als ein Beleg f&uuml;r eine langfristige, wenn auch zahlenm&auml;&szlig;ig geringe, muslimische Pr&auml;senz im preu&szlig;ischen Milit&auml;r zu sehen. Die Sch&auml;tzungen &uuml;ber die Anzahl der Muslime, die in der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg dienten, variieren, wobei neuere historische Untersuchungen von einer Zahl zwischen 137.000 und &uuml;ber 200.000 ausgehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch&auml;tzung der Anzahl erwerbst&auml;tiger Muslime<\/p>\n\n\n\n<p>Gesamtzahl der Muslime: Zwischen 5,3 und 5,6 Millionen Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Erwerbsquote: Studien zufolge sind etwa 81 % der Muslime im erwerbsf&auml;higen Alter (16&ndash;65 Jahre) berufst&auml;tig (Sch&uuml;ler, Studenten und Azubis nicht mitgerechnet).<\/p>\n\n\n\n<p>Besch&auml;ftigungsstruktur: Von den erwerbst&auml;tigen Muslimen arbeiten rund 60 % in Vollzeit und etwa 20 % in Teilzeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Kernzahlen zu muslimischen Unternehmern<\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmen mit t&uuml;rkischen Wurzeln: Allein Menschen mit t&uuml;rkischem Migrationshintergrund (unter denen ein Gro&szlig;teil muslimisch ist) betreiben in Deutschland mehr als 80.000 Unternehmen. Diese sichern &uuml;ber 400.000 Arbeitspl&auml;tze und erwirtschaften betr&auml;chtliche Ums&auml;tze.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirtschaftliche Eckdaten zu muslimischen Unternehmen<\/p>\n\n\n\n<p>Beitrag zum BIP: Allein die rund 100.000 t&uuml;rkischst&auml;mmigen Unternehmer in Deutschland tragen j&auml;hrlich etwa 50 Milliarden Euro zum Bruttosozialprodukt bei.<\/p>\n\n\n\n<p>Halal-Markt: Der Jahresumsatz mit Halal-Lebensmitteln wird f&uuml;r das Jahr 2026 auf ca. 5 Milliarden Euro gesch&auml;tzt. Informationen zu Trends und Marktchancen finden Interessierte beim Halal-Markt Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>D&ouml;ner-Branche: Die Branche erzielt in Deutschland einen gesch&auml;tzten Jahresumsatz von rund 2,4 Milliarden Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlu&szlig;fazit<\/p>\n\n\n\n<p>Nun k&ouml;nnen wir nur hoffen, dass sowohl Bef&uuml;rworter wie auch selbstgerechte &bdquo;rechte&ldquo; Ablehner des Islams ein differenzierteres Bild bzw. Meinung &uuml;ber die Geschichte des Islams in Deutschland gewinnen m&ouml;gen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die alles entscheidende Frage ob nun der Islam zu Deutschland geh&ouml;rt oder nicht, diese Frage m&ouml;ge ein Jeder f&uuml;r sich selbst beantworten.<\/p>\n<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"\" data-post-id=\"24906\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">    <\/span>\r\n<\/div><div class=\"pld-dislike-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-dislike-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"\" data-post-id=\"24906\" data-trigger-type=\"dislike\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-down\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-dislike-count-wrap pld-count-wrap\"><\/span>\r\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Zeitgenossen von uns besch\u00e4ftigen sich mit der Frage ob der Islam zu Deutschland geh\u00f6rt? 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