{"id":24921,"date":"2026-05-20T15:23:19","date_gmt":"2026-05-20T13:23:19","guid":{"rendered":"https:\/\/humanwirtschaftspartei.de\/?p=24921"},"modified":"2026-05-24T15:24:33","modified_gmt":"2026-05-24T13:24:33","slug":"hugenotten-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/humanwirtschaftspartei.de\/?p=24921","title":{"rendered":"Hugenotten in Deutschland"},"content":{"rendered":"\n<p>Hugenotten war die Bezeichnung f&uuml;r franz&ouml;sische Protestanten (Calvinisten) im 16. bis 18. Jahrhundert, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt wurden. Aufgrund der Aufhebung ihrer religi&ouml;sen Freiheiten durch Ludwig XIV. im Jahr 1685 flohen rund 170.000 Menschen, viele davon nach Deutschland, wo sie die Kultur und Wirtschaft (besonders in Berlin) stark pr&auml;gten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Unterzeichnung des Edikts von Fontainebleau 1685 verlie&szlig;en etwa 160.000 bis 200.000 von insgesamt 800.000 Hugenotten das K&ouml;nigreich Frankreich, was damals etwa ein Prozent der Gesamtbev&ouml;lkerung ausmachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den L&auml;ndern, die f&uuml;r etwa 200.000 Hugenotten eine neue Heimat wurden, z&auml;hlten die Schweiz, die Niederlande, England, Irland, Nordamerika und einige Territorien des Heiligen R&ouml;mischen Reichs. Auch in den skandinavischen L&auml;ndern wie im d&auml;nischen Kopenhagen und Fredericia, im schwedischen Stockholm in Russland und S&uuml;dafrika siedelten sich Hugenotten an.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hugenotten sorgten in den L&auml;ndern, in die sie immigrierten, oft f&uuml;r eine Bl&uuml;te der Wirtschaft und besonders der Landwirtschaft. Sie &ouml;ffneten das Kultur- und Geistesleben. Sie entwickelten ma&szlig;geblich die Textil- und Seidenmanufakturen, das Stumpfwirken und -gewerbe (Seidenraupenzucht), f&uuml;hrten in Deutschland den Tabakanbau ein (schwerpunktm&auml;&szlig;ig in der Uckermark mit dem Zentrum Schwedt\/Oder) und waren in Schmuckanfertigung und -handel t&auml;tig.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland 50.000 (davon 20.000 Brandenburg-Preu&szlig;en)<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1597 lie&szlig;en sich Hugenotten in Hanau nieder und bauten die Hanauer Neustadt, 1604 gr&uuml;ndeten Hugenotten mit Erlaubnis des Grafen Ludwig II. von Nassau-Saarbr&uuml;cken das Dorf Ludweiler.<\/p>\n\n\n\n<p>1670 bis 1720, insbesondere um das Jahr 1685, flohen 40.000 bis 50.000 Hugenotten nach Deutschland und bildeten dort ungef&auml;hr 200 reformierte Kirchgemeinden. Etwa 20.000 Personen davon gingen nach Brandenburg-Preu&szlig;en, wo der reformierte Kurf&uuml;rst Friedrich Wilhelm ihnen mit dem Edikt von Potsdam besondere Privilegien gew&auml;hrte. Gleich zwei Regimenter wurden durch Hugenotten gebildet: Regiment zu Fu&szlig; Varenne (1686) und Regiment zu Fu&szlig; von Wylich (1688). Der brandenburgische Gesandte in Paris, Ezechiel Spanheim, half vielen Emigranten bei der Ausreise.<\/p>\n\n\n\n<p>Nahezu 10.000 Hugenotten siedelten nach Baden (Friedrichstal, Neureut), Franken (in das F&uuml;rstentum Bayreuth, insbesondere nach Erlangen mit ca. 1.500 Fl&uuml;chtlingen, und das F&uuml;rstentum Ansbach mit 3.200 Fl&uuml;chtlingen), in die Landgrafschaft Hessen-Kassel (7.500 Personen), in die Grafschaft Nassau-Dillenburg und nach W&uuml;rttemberg (2.500 Personen) &uuml;ber. Weitere 3.400 Glaubensfl&uuml;chtlinge zogen in das Rhein-Main-Gebiet (Hanau und Friedrichsdorf), in die Grafschaften des Wetterauer Grafenvereins, in das heutige Saarland und in die Kurpfalz mit Zweibr&uuml;cken. Etwa 1.500 Hugenotten fanden in Hamburg, Bremen und Niedersachsen eine neue Heimat. &Uuml;ber 300 Hugenotten fanden am Hof des Herzogs Georg Wilhelm von Braunschweig und L&uuml;neburg, dessen Gemahlin Eleonore d&rsquo;Olbreuse selbst Hugenottin war, in Celle Aufnahme und erhielten eine eigene Kirche. Im Jahr 1699 gr&uuml;ndeten Hugenotten Neu-Isenburg in der Grafschaft Isenburg-Offenbach, etliche lie&szlig;en sich in deren Residenz Offenbach nieder. Die meisten Gefl&uuml;chteten richteten sich ab 1697 definitiv in ihrem Refuge, wie die neue Heimat genannt wurde, ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Bad Karlshafen, Nordhessen, heute Ort des Deutschen Hugenottenmuseums, des Deutschen Hugenotten-Zentrums mit einer genealogischen Forschungseinrichtung sowie der Bibliothek und des Bildarchiv der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Wesertal (Waldenserorte Gewissenruh, Gottstreu), Frankenau (Orte: Louisendorf, Ellershausen), Schwabendorf, Hertingshausen (Wohratal), Wallonisch-Niederl&auml;ndische Kirche in Hanau, Friedrichsdorf (1890 Gr&uuml;ndungsort der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft, derzeitiger Sitz in Bad Karlshafen9, Hofgeismar (Orte: Carlsdorf, Kelze, Sch&ouml;neberg, Friedrichsdorf), Obermeiser, Immenhausen (Ort: Mariendorf), Wolfhagen (Leckringhausen), St.Ittilien (Gemeinde Helsa), Kassel, Gr&uuml;ndung der Oberneustadt mit Karlskirche, M&ouml;rfelden-Walldorf (Stadtteil Walldorf), Neu-Isenburg, Ober-Ramstadt (Ortsteile Rohrbach und Wembach-Hahn), Hungen, Franz&ouml;sisch-Reformierte Kirche in Offenbach am Main, Schwalmstadt-Frankenhain, Ehringshausen (Orte: Daubhausen und Greifenthal)<\/p>\n\n\n\n<p>Eigenst&auml;ndige hugenottisch-waldensische Gemeindeneugr&uuml;ndungen<\/p>\n\n\n\n<p>Im Altkreis Frankenberg<\/p>\n\n\n\n<p>Louisendorf (Dorf mit bis um 1990 erhaltener altert&uuml;mlicher franz&ouml;sischer Sprache), Wiesenfeld<\/p>\n\n\n\n<p>Im heutigen Landkreis Kassel<\/p>\n\n\n\n<p>Bad Karlshafen, Carlsdorf, Mariendorf (Immenhausen), Kelze, Sch&ouml;neberg (Hofgeismar), Gewissenruh, Gottstreu, Friedrichsdorf (Hofgeismar), St. Ottilien (Gemeinde Helsa), Hofgeismar, Neust&auml;dter Kirche, Leckringhausen, Friedrichsfeld (Trendelburg). Im Altkreis Wolfhagen Ansiedlung von Hugenotten in der schon bestehenden hessischen Stadt Zierenberg und in der Gemeinde D&ouml;rnberg<\/p>\n\n\n\n<p>Im &uuml;brigen Hessen<\/p>\n\n\n\n<p>Landkreis Marburg-Biedenkopf (Orte: Schwabendorf, Todenhausen und Wolfskaute) Stand 2006; Daubhausen, Greifenthal (gegr&uuml;ndet von Wilhelm Moritz Graf zu Solms-Greifenstein), Hertingshausen, Friedrichsdorf (gegr&uuml;ndet von Landgraf Friedrich), Kassel, Oberneustadt (eigener Stadtteil)<\/p>\n\n\n\n<p>Baden<\/p>\n\n\n\n<p>Mannheim-Friedrichsfeld (damals Kurpfalz), Friedrichstal (seit 1975 Stadtteil von Stutensee), Welschneureut (seit 1935 vereinigt mit Teutschneureut zu Neureut, dieses seit 1975 Stadtteil von Karlsruhe)<\/p>\n\n\n\n<p>Bayern<\/p>\n\n\n\n<p>Bayreuth, Erlangen, Schwabach<\/p>\n\n\n\n<p>Mecklenburg-Vorpommern<\/p>\n\n\n\n<p>B&uuml;tzow, D&uuml;vier, Bergholz<\/p>\n\n\n\n<p>Hamburg<\/p>\n\n\n\n<p>In Hamburg bzw. im Hamburger Bezirk Altona gab es bis 1976 Franz&ouml;sisch-Reformierte Gemeinden, die sich 1976 zusammen mit den Deutsch-Reformierten zur Evangelisch-reformierten Kirche in Hamburg zusammengeschlossen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Saarland<\/p>\n\n\n\n<p>Ludweiler<\/p>\n\n\n\n<p>W&uuml;rttemberg<\/p>\n\n\n\n<p>Pinache (seit 1975 Ortsteil von Wiernsheim), Serres (seit 1975 Ortsteil von Wiernsheim), Gro&szlig;villars (seit 1972 Ortsteil von Oberderdingen), Kleinvillars (seit 1972 Ortsteil von Knittlingen), Corres (Ortsteil von &Ouml;tisheim), Perouse (seit 1972 Stadtteil von Rutesheim), Neuhengstett (seit 1974 Ortsteil von Althengstett), Nordhausen (Nordheim).<\/p>\n\n\n\n<p>In Brandenburg-Preu&szlig;en siedelten sich die Immigranten vorwiegend in Orten in einem Umkreis von etwa 150 km um Berlin an, die gr&ouml;&szlig;te franz&ouml;sische Kolonie entstand in der Hauptstadt selbst. Dort geh&ouml;rte im Jahre 1700 von insgesamt 28.500 Einwohnern etwa jeder f&uuml;nfte zu den gefl&uuml;chteten Franzosen, die haupts&auml;chlich in den neu entstandenen St&auml;dten Dorotheenstadt und Friedrichstadt sesshaft wurden<\/p>\n\n\n\n<p>In Berlin erinnern Namen von Ortsteilen wie Moabit und Franz&ouml;sisch Buchholz und Stra&szlig;en und im Oderbruch die Ortsnamen Vevais, Beauregard und Croustillier noch an die in Preu&szlig;en siedelnden Hugenotten.<\/p>\n<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"\" data-post-id=\"24921\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">    <\/span>\r\n<\/div><div class=\"pld-dislike-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-dislike-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"\" data-post-id=\"24921\" data-trigger-type=\"dislike\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-down\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-dislike-count-wrap pld-count-wrap\"><\/span>\r\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hugenotten war die Bezeichnung f\u00fcr franz\u00f6sische Protestanten (Calvinisten) im 16. bis 18. 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