Die Stützpunkte Oederan und Mittelsachsen (in Personalunion) führten am 9.Mai in Oederan anlässlich des Europatages eine Kundgebung auf dem Altmarkt der Stadt durch. Diese war in Vorfeld entsprechend des Versammlungsgesetzes bei der Stadt angemeldet worden und vom Landratsamt Mittelsachsen als bevollmächtigtes Organ Auflagenfrei bestätigt worden. Auch wenn das Amt keinerlei Gefährdungssituation erkennen konnte, befand sich zum Schutz der Kundgebung (vor wem eigentlich?) die ganze Zeit eine Polizei-Streife vor Ort. Wahrscheinlich um während der Wartezeit in ihrem Fahrzeug eine Beschäftigung zu haben, erbaten sich die Polizisten einige Flyer der Partei als Lektüre.
Die Kundgebung stand unter dem Motto des Europäischen Friedens Projektes, “Für Frieden, Bürgerdiplomatie und ein Neutrales Europa” und “Gegen Wehrpflicht und Kriegstüchtigkeit”. Das Europäische Friedensprojekt wurde u.a. von der Politologin Ulrike Guérot ins Leben gerufen.
Zeitgleich fanden in ganz Europa, einschließlich Russland, ähnlich Kundgebungen statt. Das Friedensmanifest konnte von jedem Bürger in seiner Sprache um 17.00 Uhr verlesen werden.
Die Oederaner Kundgebung begann gegen 16.40 Uhr mit dem Abspielen des bekannten Liedes “Kleine weisse Friedenstaube” von der 1946 aus Breslau in Schlesien vertriebenen Erika Schirmer. Allerdings hatte die gespielte Version einige Stropfen mehr und schloss die aktuelle friedenspolitische Situation mit ein. Mit den danach gespielten Liedern ” Gegen die Wehrpflicht” und “Kein Kopf unterm Stahlhelm” – welches auf den Spruch Einsteins: “Ein intellegenter Kopf passt unter keinen Stahlhelm” einging, widmete sich die Kundgebung zunächst dem am Vortag begangenen Schulstreik gegen die Wehrpflicht, welcher von der HUMANwirtschaftspartei aktiv unterstützt wird.
Diesen Kundgebungsblock beendete das Lied “Soldaten sind Mörder”, entstanden frei nach Tucholsky.
Punkt Glockenschlag 17.00 Uhr wurde gemeinsam mit tausenden Bürgern in Europa das Manifest für den Frieden verlesen. Zwecks besseren verstehen hatte die Oederaner Humanwirtschaft dieses vorher digital eingesprochen und verbreitete es über Lautsprecher. So war es auf dem gesamten Markt und angrenzenden Strassen besser zu vernehmen.
Danach wurde noch das Lied “Europa ist Heimat” als Bekenntniss zu Europa gespielt. Die Kundgebung schloss mit einem Song in Richtung Brüssel und Eu und orientierte sich dabei an dem bekannten Spruch der berüchtigten Theaterfigur dess Götz von Berlichingen von Johann Wolfgang Goethe. Und wurde von den Anwesenden punktuell lautstark mitgesungen: Leck mich am Arsch.
Inhaltlich fand die Veranstaltung großen Zuspruch bei den Teilnehmern. Ein Teilnehmer der Kundgebung, Mitglied eines sächsischen Morradfahrervereines, äusserte danach den Wunsch, das solche Veranstaltungen / Kundgebungen in der Region doch bitte öfters stattfinden sollten. Der Stützpunkt Oederan erwägt nun die regelmäßige Durchführung von Mahnwachen für den Frieden an diesem Ort.
Der von staatsreuen und anderen rechten und faschistoiden Kreisen aufgestellten Behauptung, > Mahnwachen und anderen Veranstaltungen für den Frieden würde die Diktatoren dieser Welt einladen andere zu überfallen < und die damit einhergehende Ablehnung von Friedensaktivitäten weist die HUMANwirtschaft als Probaganda im Sinne des dritten Reiches entschieden zurück. Zusammen mit der Verwendung von Begriffen wie “Kriegstüchtig werden”, die Diffamierung von Friedensbewegten als “Lumpenpazifisten” und dem Drang nach millitanter Hochrüstung zeigt sich, wie sehr der Geist der braunen Vergangenheit schon wieder Gestalt an nimmt. Was von dem Schwur “NIE WIEDER” haben diese Leute, welche sich doch im Einklang mit den damaligen Vertretern dieser Ideologie ebenfalls für die GUTEN halten, nicht verstanden?
(PS: Die Lieder können auf der Webseite Weltharmonieforum nachgehört werden)

