Im 18. Jahrhundert war Preußen ein Einwanderungsland, geprägt durch gezielte staatliche Kolonisationspolitik. Friedrich II. rief rund 60.000 Siedler ins Land, um Bevölkerungsverluste auszugleichen und das Land zu modernisieren. Zu den Hauptgruppen zählten Hugenotten, Pfälzer und Siedler aus verschiedenen deutschen Staaten.Wichtige Einwanderungsgruppen und Ursachen:Hugenotten (spätes 17./18. Jh.): Nach dem Edikt von Potsdam 1685 flohen tausende französische Protestanten vor Verfolgung nach Brandenburg-Preußen. Sie brachten Fachwissen, Handwerkskunst und neue Industrien mit.Friderizianische Kolonisation: Friedrich II. förderte die Einwanderung zur Urbarmachung von Land, besonders im Oderbruch, in Pommern und Westpreußen. Er setzte auf Nützlichkeit („Ehrlige Leute“) statt auf religiöse Einheit.Religiöse Flüchtlinge (Exulanten): Protestanten aus Salzburg, Böhmen und anderen Regionen fanden in Preußen Zuflucht.Binnenkolonisation: Siedler kamen aus Sachsen, Württemberg und anderen Teilen des Heiligen Römischen Reiches.Fachkräfte & Militär: Soldaten, Verwaltungsbeamte und Handwerker wurden gezielt angeworben.
Die Einwanderung nach Preußen im 18. Jahrhundert war eine gezielte staatliche Bevölkerungspolitik (Peuplierung), um die durch Kriege und Seuchen entvölkerten Gebiete wirtschaftlich und militärisch zu stärken. Die preußischen Könige lockten durch religiöse Toleranz, Steuererleichterungen und Privilegien Zehntausende Fachkräfte, Handwerker und Bauern in das Land.Die wichtigsten EinwanderergruppenHugenotten: Die französische Glaubensflüchtlinge machten bereits Ende des 17. Jahrhunderts (Edikt von Potsdam 1685) den Anfang. Im 18. Jahrhundert prägten sie nachhaltig die preußische Wirtschaft, Kultur und Verwaltung. Sie brachten hochentwickelte Handwerkstechniken (Seidenmanufaktur, Uhrmacherei) nach Berlin und Brandenburg.Salzburger Exulanten: Im Jahr 1732 nahm König Friedrich Wilhelm I. rund 20.000 protestantische Salzburger auf. Sie wurden primär im kriegs- und pestzerstörten Ostpreußen (Ostpreußische Retablissement) angesiedelt, um das Land landwirtschaftlich neu zu beleben.Pfälzer und Süddeutsche: Große Gruppen von Kolonisten aus der Pfalz, Württemberg und Baden folgten den preußischen Werbern. Sie flohen vor Kriegszerstörungen und wirtschaftlicher Not in ihrer Heimat.Böhmen: Protestantische Glaubensflüchtlinge aus Böhmen gründeten eigene Siedlungen, wie etwa Böhmisch-Rixdorf (heute Berlin-Neukölln).
Als Exulanten bezeichnet die Geschichtswissenschaft die meist protestantischen Glaubensflüchtlinge, die in der Zeit zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert wegen ihres religiösen Bekenntnisses aus ihrer Heimat vertrieben wurden.
Speziell in Deutschland entstand – meist auf landesherrliche Initiative – eine Reihe von Exulantenstädten, in denen Flüchtlinge einer oder mehrerer Konfessionen aufgenommen wurden. Ein besonders markantes Beispiel dafür ist die Gründung der Stadt Neuwied am Rhein, in der eine weitgehende Religionsfreiheit für alle Bekenntnisse herrschte.
Weitere Beispiele für Exulantensiedlungen
Exulantenbrunnen in Wain, Böhmisch-Rixdorf, Brüderwiese, Deutschgeorgenthal, Deutschkatharinenberg, Deutschneudorf, Erlangen
Estherwalde, polnisch Wola Augustowska bei Giebułtów (deutsch Gebhardsdorf), Freudenstadt, Friedrichstadt, Georgenfeld, Glückstadt, Hanau, Gründung Hanauer Neustadt 1597 für Glaubensflüchtlinge, Herrnhut, Johanngeorgenstadt, Karlshafen, Kleinneuschönberg, Klingenthal, Markneukirchen, Neu-Isenburg, Stadt Neusalza, Neuwernsdorf, Niederneuschönberg, Nowawes (siehe dazu auch Babelsberg und Potsdam), Oberneuschönberg, Sprottischwaldau, polnisch Szprotawka, Wain, Zillerthal-Erdmannsdorf, polnisch Mysłakowice
Deutschland entwickelte sich ab 1890 zu einem wichtigen Einwanderungsland, bedingt durch den industriellen Aufschwung.Herkunft: Ein Großteil waren Arbeitskräfte aus dem osteuropäischen Raum, insbesondere Polen aus dem russischen und österreichisch-ungarischen Kaiserreich, sowie Fachkräfte aus Nachbarländern.Zahlen: Bis 1914 stieg die Zahl der beschäftigten Ausländer auf schätzungsweise 1,2 Millionen.Binnenmigration: Neben der Zuwanderung aus dem Ausland gab es eine starke Binnenwanderung, etwa von Ost- nach Westdeutschland (ins Ruhrgebiet)
Die Gesamtbevölkerung im Ruhrgebiet wuchs von etwa 375.000 um 1852 zunächst auf etwa 536.000 um 1871 an, dann erfolgte bis 1910 ein besonders deutlicher Anstieg auf etwa 3 Millionen und auf schließlich 3,7 Millionen um 1925. Damit war in etwa 70 Jahren eine Verzehnfachung der Gesamtbevölkerung des Ruhrgebiets eingetreten. Die Zahl der aus dem polnischen Volks- und Kulturkreis stammenden Einwanderer (preußischer bzw. deutscher und polnischer Nationalität) in das Ruhrgebiet erreichte 1910 mit einer halben Million den höchsten absoluten Wert und zugleich den höchsten Anteil an der dortigen Gesamtbevölkerung.
Um 1910 war die deutsche Landwirtschaft, insbesondere im Osten des Deutschen Reiches, in sehr hohem Maße von ausländischen Saisonarbeitskräften abhängig. Aufgrund der Landflucht (Abwanderung einheimischer Arbeitskräfte in die Industrie) fehlten Arbeitskräfte für die intensive Feldbestellung.
Anzahl: Im Jahr 1910 arbeiteten rund 1,2 Millionen ausländische Saisonarbeiter in der preußischen Landwirtschaft.
Landwirtschaft: Ab 1943 stellten Ausländer über die Hälfte der Arbeitskräfte in der deutschen Landwirtschaft.
Steiler Anstieg: Zwischen Anfang 1942 und Anfang 1944 stieg die Zahl der ausländischen Arbeiter rasant auf rund 5,5 Millionen Menschen an.
Ende 1944/Anfang 1945 arbeiteten über 7,5 bis zu 8 Millionen ausländische Zivilarbeitskräfte, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge in Deutschland.
Die Anwerbeabkommen waren bilaterale Verträge, die die Bundesrepublik Deutschland zwischen 1955 und 1968 mit verschiedenen Staaten schloss, um den massiven Arbeitskräftemangel während des Wirtschaftswunders zu decken. Diese Abkommen legten den Grundstein für die massenhafte Arbeitsmigration nach Deutschland, wobei die angeworbenen Personen als „Gastarbeiter“ bezeichnet wurden.Chronologie der wichtigsten AbkommenDas erste Abkommen wurde 1955 mit Italien unterzeichnet und diente als Muster für alle weiteren Verträge.1955: Italien (20. Dezember)1960: Griechenland und Spanien1961: Türkei (30. Oktober)1963: Marokko sowie Südkorea (speziell für Bergarbeiter)1964: Portugal1965: Tunesien1968: Jugoslawien (letztes großes Abkommen)
Zwischen 1955 und dem Anwerbestopp 1973 kamen rund 14 Millionen ausländische Arbeitskräfte nach Deutschland, von denen die meisten wieder in ihre Heimat zurückkehrten
Wichtige Entwicklungen 1959:Arbeitsmigration (BRD): Im Jahr 1959 stieg die Zahl der angeworbenen ausländischen Arbeitskräfte, insbesondere aus Italien, deutlich an. Während 1959 noch etwa 48.800 italienische Arbeitskräfte beschäftigt waren, stieg diese Zahl im Folgejahr 1960 rasant auf über 121.700 an. Dies war die Folge des ersten Anwerbeabkommens mit Italien von 1955.Arbeitsmarkt: Deutschland erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung, der spätestens 1960 in Vollbeschäftigung mündete, was die Nachfrage nach ausländischen Arbeitskräften stark erhöhte. Flüchtlinge aus der DDR: In der Zeit von 1950 bis 1959 kamen rd. 95.000 Aussiedler aus Polen und anderen osteuropäischen Gebieten in die DDR. Gleichzeitig war das Jahr 1959 geprägt von einer hohen Zahl an Menschen, die von der DDR in die Bundesrepublik flohen; allein im Jahr 1958 wurden über 193.000 Fälle von „Republikflucht“ verzeichnet.
Höhepunkt der Anwerbung: 1960 war ein entscheidendes Jahr der Anwerbepolitik. Die Zahl der angeworbenen Arbeitskräfte stieg von 48.800 (1959) auf 121.700 (1960) und weiter auf 224.600 im Jahr 1961.
Zahlen: 1961 lebten knapp 700.000 Ausländer in Westdeutschland.
Höhepunkt der Gastarbeiter-Anwerbung: Die Zahl der in der BRD beschäftigten Ausländer stieg von etwa 329.000 im Jahr 1960 auf 711.000 im Jahr 1962.
Der “millionste” Gastarbeiter: Der Portugiese Armando Rodrigues de Sá wurde am 10. September 1964 auf dem Bahnhof Köln-Deutz als symbolischer 1.000.000. Gastarbeiter mit einem Moped und einem Strauß Nelken begrüßt.
Millionenmarke überschritten: 1965 überschritt die Zahl der in der Bundesrepublik beschäftigten Ausländer erstmals die Marke von einer Million.
Zahl der Arbeitskräfte: 1966 waren bereits 1,1 Millionen ausländische Arbeitnehmer in der Bundesrepublik beschäftigt.
Anstieg der Ausländerzahlen: Die Zahl der ausländischen Bevölkerung stieg 1969 auf über 2,38 Millionen Personen (ca. 3,9 % der Gesamtbevölkerung).
Anstieg der ausländischen Bevölkerung: Die Zahl der in der Bundesrepublik lebenden Ausländer stieg von unter 700.000 im Jahr 1961 auf über 4 Millionen im Jahr 1974.
Höhe der Ausländerzahl: Ende September 1971 lebten rund 3,19 Millionen Ausländer in der Bundesrepublik. Dies entsprach einem Anteil von ca. 5,2 % an der Gesamtbevölkerung (ca. 61,5 Millionen in der alten Bundesrepublik laut).
Höchststand der ausländischen Bevölkerung: Im Jahr 1972 überschritt die Zahl der Ausländer in Deutschland erstmals die Millionenmarke (nach Angaben in NRW, was den Bundestrend widerspiegelt). Die gesamte ausländische Bevölkerung in der Bundesrepublik lag 1972 bei ca. 3,55 Millionen Personen (ca. 5,8 % der Bevölkerung). Beschäftigte Gastarbeiter: Am 30. September 1972 waren über 2,35 Millionen ausländische Arbeitnehmer beschäftigt, was einem Anteil von 10,8 % an allen Beschäftigten entsprach.
Ausländerzahl: Die Zahl der ausländischen Bevölkerung in der BRD lag 1974 bei ca. 4 Millionen, ein deutlicher Anstieg gegenüber 1961 (unter 1 Million).
Asylanträge: Die Zahl der Asylanträge begann Ende der 1970er Jahre anzuziehen, mit 28.223 Anträgen für 33.136 Personen im Jahr 1978.
Asylzahlen: Die Zahl der Asylanträge begann Ende der 1970er Jahre stark zu steigen, von ca. 33.000 (1978) auf über 51.000 im Jahr 1979.
Asylsuchende: Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre stieg die Zahl der Asylanträge stark an. 1980 wurde ein Höchststand von knapp 108.000 Asylsuchenden erreicht.
Ausländerzahl: Im Jahr 1981 lebten rund 4,72 Millionen Ausländer in der Bundesrepublik Deutschland.
Asylpolitik: Die Zahl der Asylanträge fiel stark ab auf rund 16.335 Anträge (19.737 Personen).
Ausländeranteil: Trotz der hohen Asylbewerberzahlen war die Gesamtzahl der Ausländer in der Bundesrepublik 1986 mit rund 4,5 Millionen in etwa konstant geblieben.
Asylbewerber: 103.076 Menschen beantragten Asyl, was einem Anstieg von 80 % gegenüber 1987 entsprach.
Flucht und Übersiedlung aus der DDR: Laut Statista siedelten 1989 rund 343.900 Bürger aus der DDR in die BRD über oder flohen. Andere Quellen sprechen von insgesamt etwa 200.000 Ostdeutschen, die bis zum Mauerfall am 9. November die DDR verließen, viele davon über Ungarn.
Asylbewerber: Im Jahr 1989 beantragten 121.318 Ausländer in der Bundesrepublik Deutschland Asyl, wie bundesregierung.de berichtet.
Ausländische Bevölkerung: 1990 lebten ca. 5,6 Millionen Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Deutschland, was die Grundlage für den Wandel zum Einwanderungsland bildete.
Im Jahr 1991 war die Einwanderung nach Deutschland stark durch den Zusammenbruch des Ostblocks und die kriegerischen Auseinandersetzungen im ehemaligen Jugoslawien geprägt, wobei 62 % des Wanderungsüberschusses auf Ausländer entfielen. Insgesamt stellten 256.112 Personen einen Asylantrag, was eine Zunahme um 32,7 % gegenüber dem Vorjahr 1990 bedeutete.
Wichtige Fakten zu 1992:Zuwanderungsspitze: Über 1,5 Millionen Menschen wanderten ein, rund 720.000 verließen das Land, was einen hohen Wanderungssaldo ergab.Asylsuchende: 1992 stellten 438.000 Menschen einen Asylantrag, ein Höchstwert, der erst in den 2010er Jahren wieder erreicht wurde.
Die Gesamtzahl der Asylanträge war 1992 mit über 438.000 sehr hoch und blieb auch 1993 auf einem hohen Niveau, bevor sie durch den Asylkompromiss sank.
Asylbewerber: Im Jahr 1995 beantragten 127.937 Personen Asyl in Deutschland, was in etwa dem Niveau von 1994 entsprach.Ausländische Bevölkerung: Mitte der 1990er Jahre lebten rund 7 bis 8 Millionen Ausländer in Deutschland.
Ausländische Bevölkerung: Zum Jahresende 1996 lebten rund 7,31 Millionen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Deutschland. Dies entsprach etwa 9,1 % der Gesamtbevölkerung.Asylbewerber: Die Zahl der Asylanträge sank 1996 auf 116.367, was den niedrigsten Stand seit der Asylrechtsreform 1993 darstellte.
Ausländische Bevölkerung: Ende 2002 lebten rund 7,33 Millionen Menschen mit einer nicht-deutschen Staatsangehörigkeit im Bundesgebiet.
Im Jahr 2005 lebten in Deutschland rund 15,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, was knapp 19 % der Gesamtbevölkerung entsprach. Die Zuwanderung war in diesem Jahr stark rückläufig. Das neu eingeführte Zuwanderungsgesetz regelte die Zuwanderung neu und legte den Fokus auf Fachkräfte
Asylsuchende: 41.332 Asylerstanträge wurden 2010 verzeichnet.
Asyl: Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 53.300 Asylanträge gestellt.
Migrationshintergrund: Etwa 16,3 Millionen Menschen in Deutschland hatten 2012 einen Migrationshintergrund
Fluchtmigration: 2014 wurden 202.834 Asylanträge gestellt, was einen Anstieg von ca. 60 % zum Vorjahr darstellte.
Asylanträge: Es wurden knapp 477.000 Asylanträge (inklusive Folgeanträge) gestellt, was einen Rekordwert darstellte. 2015
Asylanträge: Mit 745.545 Asylanträgen erreichte die Zahl der Schutzsuchenden einen Höchststand. 2016
Laut BAMF – Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurden im Jahr 2018 185.853 Asylanträge gestellt, was einem Rückgang von 16,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Asyl und Schutzsuchende: 2021 wurden 148.233 Asylerstanträge gestellt, ein Anstieg um 44,5 % gegenüber 2020.
Zuwanderung aus der Ukraine: 2022 suchten mehr als 1 Million Menschen Schutz vor dem russischen Angriffskrieg, überwiegend Frauen und Kinder.
Asyl: Über 320.000 Menschen stellten2023 einen Erstantrag auf Asyl, ein Anstieg um ca. 50 % gegenüber 2022 (ohne Ukraine-Flüchtlinge).
Asyl und Flucht: Die Zahl der Asylanträge ist 2024 um fast 29 % auf rund 251.000 gesunken.
Asylzahlen: Laut BAMF-Meldung wurden 2025, 113.236 Asylerstanträge gestellt. Ein Rückgang von über 50 % gegenüber 2024.
Situation in Deutschland: Die junge Bundesrepublik war 1951 vor allem mit der Integration von Millionen deutscher Flüchtlinge und Vertriebener aus den Ostgebieten beschäftigt. Zwischen 1944/45 und 1950 kamen etwa 12,5 bis 14 Millionen Deutsche in die späteren Gebiete der BRD und DDR.
Hohe Flüchtlingszahlen: Allein in den ersten vier Monaten des Jahres 1953 flohen rund 120.000 Menschen aus der DDR. Insgesamt wurden in der ersten Jahreshälfte 1953 knapp 195.700 Flüchtlinge registriert.
Im Jahr 1956 war Deutschland primär durch Fluchtbewegungen im Kontext des Kalten Krieges geprägt. Während zehntausende DDR-Bürger in den Westen flohen (Republikflucht), beschloss die Bundesregierung Ende 1956, infolge des Ungarnaufstands rund 10.000 ungarische Flüchtlinge aufzunehmen und deren Integration aktiv zu fördern.
Hohe Flüchtlingszahlen: Die Flucht aus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR – von der DDR als „Republikflucht“ bezeichnet – hielt an. Im Jahr 1958 wurden insgesamt 193.714 Personen registriert, die illegal die DDR verließen.
Im Jahr 1959 waren die Asylantragszahlen in der Bundesrepublik Deutschland sehr gering, meist weit unter 10.000 pro Jahr. Aufgrund begrenzter Kapazitäten wurde 1959 das Bundessammellager nach Zirndorf verlegt. Die Anerkennungsquote war niedrig, während die Flucht aus der DDR (Republikflucht) ein separates, weit größeres Phänomen darstellte.
August 1961: Allein im August 1961 flüchteten ca. 49.425 Personen. Gesamtzahlen 1961: Zwischen dem 1. April und dem 31. August 1961 wurden rund 121.272 „Republikfluchten“ registriert.
Zahlen: Im Jahr 1966 wurden laut historischen Daten 4.379 Asylanträge verzeichnet. Bis Ende der 1970er Jahre lagen die Zahlen der Asylbewerber pro Jahr in der Regel weit unter 10.000.
Geringe Gesamtzahlen: Zwischen der Staatsgründung 1949 und 1968 beantragten insgesamt nur knapp über 70.000 Menschen Asyl. Die Zahl der Asylsuchenden lag bis Ende der 70er Jahre konstant bei meist weit unter 10.000 Personen pro Jahr.
Anzahl der Anträge: Im Jahr 1969 stieg die Zahl der Asylanträge auf rund 11.600 an, was für die damalige Zeit (die 1950er und 1960er Jahre blieben meist bei wenigen tausend Anträgen) ein hoher Wert war.
Niedrige Zahlen: Die Zahl der Asylbewerber lag bis Ende der 1970er Jahre konstant weit unter 10.000 Personen pro Jahr.
Niedrige Asylantragszahlen: Bis Ende der 1970er Jahre blieben die jährlichen Asylantragszahlen (abgesehen von Krisen wie 1956 und 1968) niedrig. Erst Ende der 1970er Jahre stiegen sie spürbar an (z. B. auf 28.223 im Jahr 1978).
Historischer Kontext: Die Situation 1976 war der Vorbote für den drastischen Anstieg der Asylanträge Ende der 1970er Jahre (1978: über 28.000 Anträge, 1979: über 41.000). Zuvor war die Praxis der Asylgewährung eher restriktiv.
Wichtige Ereignisse und Zahlen 1978:Anstieg der Asylzahlen: Die Zahl der Asylsuchenden stieg signifikant an, mit 28.223 Anträgen für 33.136 Personen im Jahr.
Zahlen und Anstieg: Die Zahl der Asylbewerber stieg 1979 auf rund 51.000 Personen, nachdem die Zahl der Anträge in den Jahren zuvor niedriger lag. Dies war ein Vorbote des starken Anstiegs im Jahr 1980, als über 107.000 Anträge gestellt wurden.
Rückgang danach: Nach dem Höchststand 1980 sanken die Zahlen in den Folgejahren schnell wieder (1981: ca. 49.391
Im Jahr 1982 verzeichnete die Bundesrepublik Deutschland 37.423 Asylsuchende. Als Reaktion auf stark gestiegene Zahlen seit Mitte der 70er Jahre trat am 1. August 1982 das verschärfte Asylverfahrensgesetz in Kraft, welches den Instanzenweg beschleunigte, die Verleitung zur Asylmissbrauch unter Strafe stellte und die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften festlegte.
Kennzahlen 1983:Antragsteller: Die Zahl der neuen Asylanträge fiel auf unter 20.000 (genauer: ca. 16.335 Anträge).
Wichtige Fakten zum Asylgeschehen 1985:Steigende Zahlen: Nach 1983 verzeichnete 1985 erneut eine Zunahme der Anträge. Im Folgejahr 1986 stieg die Zahl auf rund 100.000 Personen.
Wichtige Fakten zu Asylsuchenden 1987:Gesamtzahl: Bis zum 30. September 1987 wurden bereits 36.869 Asylsuchende registriert.
Im Jahr 1988 beantragten 103.076 Personen in der Bundesrepublik Deutschland Asyl. Dies entsprach einem Anstieg von etwa 80 Prozent gegenüber 1987 (\(57.379\) Anträge) und war der höchste Stand seit acht Jahren, was die politische Debatte über den Flüchtlingsdruck verschärfte
Im Jahr 1989 beantragten 121.318 Personen in der Bundesrepublik Deutschland Asyl, was einen signifikanten Anstieg gegenüber 1988 (\(103.076\) Anträge) darstellte.
Im Jahr 1991 stellten 256.112 Personen in Deutschland einen Asylantrag, was einen deutlichen Anstieg von 32,7 % gegenüber 1990 (193.063 Personen) darstellte. Hauptgründe waren die Kriege im ehemaligen Jugoslawien sowie eine hohe Zuwanderung aus Rumänien. Die Situation war durch rassistische Ausschreitungen, besonders in Hoyerswerda, gekennzeichnet.
Im Jahr 1992 erreichte die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland mit 438.191 Erstanträgen einen historischen Höchststand, angetrieben primär durch die Balkankriege. Die hohe Zahl führte zu überfüllten Unterkünften, einer intensiven Debatte über den „Asylkompromiss“ und einer Verschärfung des Grundrechts auf Asyl (Art. 16) im Folgejahr.
Im Jahr 1993 erreichte die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland mit rund 320.000 bis 322.000 Anträgen einen hohen Stand, ging jedoch nach dem Asylkompromiss vom 26. Mai 1993, der das Grundrecht auf Asyl (Art. 16a GG) massiv einschränkte, deutlich zurück. Zentrale Maßnahmen waren die Einführung der “sicheren Drittstaaten”-Regelung und das Asylbewerberleistungsgesetz.
Gesamtzahl: Im gesamten Jahr 1994 wurden 300.280 Asylanträge verzeichnet
Im Jahr 1995 stellten 127.937 Personen einen Asylantrag in Deutschland, was in etwa dem Vorjahresniveau entsprach (1994: 127.210)
Im Jahr 1996 beantragten insgesamt 116.367 Personen in Deutschland Asyl,
Im Jahr 1997 stellten 104.353 Personen einen Asylantrag in Deutschland,
Im Jahr 1998 beantragten insgesamt 98.644 Personen Asyl in Deutschland,
Im Jahr 2000 wurden in Deutschland laut Angaben des UNHCR rund 78.760 Asylanträge gestellt,
Im Jahr 2001 wurden in Deutschland 88.287 Erstanträge auf Asyl gestellt.
Im Jahr 2002 beantragten 71.172 Personen in Deutschland Asyl, w
Übersicht mit KI Im Jahr 2003 wurden in Deutschland 50.563 Asylanträge gestellt,
Im Jahr 2004 gab es in Deutschland 35.600 Asylsuchende,
Im Jahr 2005 stellten 28.914 Personen in Deutschland einen Asylantrag
Im Jahr 2006 verzeichnete Deutschland mit 21.029 Erstanträgen den niedrigsten Stand an Asylsuchenden seit 1977,
Im Jahr 2007 verzeichnete Deutschland mit rund 19.000 Asylanträgen
Im Jahr 2008 wurden in Deutschland 22.085 Asylanträge gestellt. D
m Jahr 2009 verzeichnete Deutschland 27.649 Asylanträge (25.429 Erstanträge),
Im Jahr 2010 gab es in Deutschland 41.332 Asylerstanträge.
Im Jahr 2011 stieg die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland an. Laut BAMF-Migrationsbericht 2011 und dem Bundesamt in Zahlen 2011 wurden fast 46.000 (ca. 45.741) Asylerstanträge registriert.
Im Jahr 2012 stieg die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland drastisch um über 40 % auf insgesamt 64.539 (bzw. 77.650 inklusive Folgeanträge) an
Im Jahr 2013 wurden in Deutschland 109.580 Asylerstanträge registriert
Im Jahr 2014 wurden in Deutschland insgesamt 202.834 Asylanträge
Im Jahr 2015 verzeichnete Deutschland einen historischen Höchststand bei den Asylsuchenden, mit etwa 476.649 registrierten Asylanträgen. Im Jahr 2016 haben 745.545 Personen einen Asylantrag gestellt, so viele wie nie zuvor. Dies ist allein im Vergleich zum Jahr 2015 ein Anstieg um 63,5 Prozent. Insgesamt haben seit 1953 rund 5,3 Millionen Menschen Schutz in Deutschland gesucht.
Im Jahr 2015 kamen so viele Asylsuchende wie noch nie nach Deutschland; registriert wurden rund 890.000 Personen. In Folge dessen wurde 2016 mit 745.545 Asylanträgen der bislang höchste Stand in Deutschland verzeichnet. Die Zahl der Anträge sank 2017 auf 222.683.
Die Asylerstantragszahlen sind seit 2016 wieder rück- läufig: Von 2016 auf 2017 gingen sie von 722.370 auf 198.317 zurück (-72,5 %), im Jahr 2018 verringerte sich die Zahl der erstmaligen Asylanträge erneut um 18,3 % (161.931 Erstanträge), davon 32.303 Asylanträge (19,9 %) von in Deutschland geborenen Kindern im Alter …
Im Jahr 2019 verzeichnete Deutschland 111.094 grenzüberschreitende Asylerstanträge, was einen Rückgang von 14,3 % gegenüber dem Vorjahr (2018: 129.628) darstellte.
Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 102.581 Asylerstanträge verzeichnet,
Im Jahr 2021 wurden in Deutschland insgesamt 190.816 förmliche Asylanträge gestellt
Im Jahr 2022 wurden in Deutschland 244.132 Asylanträge gestellt,
Im Jahr 2023 haben insgesamt 351.915 Personen einen Asylantrag in Deutschland
Im Jahr 2024 stellten insgesamt 250.945 Personen einen Asylantrag in Deutschland
Im Jahr 2025 sind die Asylantragszahlen in Deutschland deutlich gesunken. Insgesamt wurden laut BAMF 168.543 Personen als Asylsuchende registriert.

