Silvio Gesell:
1. Frieden zwischen Völkern entsteht aus sozialer Gerechtigkeit
Gesell betont, dass internationaler Frieden nicht isoliert betrachtet werden kann.
Kernaussage
- „Bürger- und Völkerfriede entstammen demselben Geist, haben die gleichen Ursachen.“ (aus: Freiland – die eherne Forderung des Friedens)
Interpretation: Innere soziale Spannungen erzeugen äußere Konfliktbereitschaft. Ein Staat, der im Inneren ungerecht organisiert ist, wird nach außen aggressiv.
2. Die Zinswirtschaft erzeugt internationale Konflikte
Für Gesell ist das bestehende Geldsystem die strukturelle Ursache für Kriege.
Kernaussage
- „Wenn das heutige Geldsystem, die Zinswirtschaft, beibehalten wird, wird es keine 25 Jahre dauern, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Krieg stehen.“
Interpretation: Zinsmechanismen führen zu Kapitalakkumulation, Ungleichheit, wirtschaftlicher Expansion und schließlich zu militärischen Konflikten.
3. Frieden ist kein moralisches, sondern ein ökonomisches Problem
Gesell widerspricht pazifistischen Ansätzen, die auf moralische Appelle setzen.
Kernaussage
- „Der Friede ist nicht eine Frage der Moral, sondern der Wirtschaftsordnung.“
Interpretation: Solange die ökonomischen Ursachen von Konflikten bestehen, bleiben moralische Appelle wirkungslos.
4. Freiland und Freigeld als Grundlage für friedliche internationale Beziehungen
Gesell sieht seine Wirtschaftsreformen als Friedenspolitik.
Kernaussage
- „Freiland ist die eherne Forderung des Friedens.“
Interpretation:
- Gemeinbesitz am Boden verhindert koloniale Expansion.
- Umlaufgesichertes Geld verhindert Kapitalmacht und internationale Abhängigkeiten.
- Dadurch entsteht Kooperation statt Konkurrenz.
5. Internationale Solidarität statt nationaler Konkurrenz
Gesell kritisiert nationalistische Wirtschaftsinteressen, die aus Privilegien entstehen.
Kernaussage
- „Die Völker werden erst dann friedlich zusammenarbeiten, wenn die wirtschaftlichen Ursachen der Feindschaft beseitigt sind.“
Interpretation: Er sieht die Menschheit als ökonomisch miteinander verbunden. Frieden entsteht durch gerechte Strukturen, nicht durch politische Verträge.
6. Weltwirtschaft ohne Ausbeutung als Voraussetzung für echte Völkerverständigung
Gesell beschreibt eine Welt, in der gerechte Wirtschaftsstrukturen automatisch friedliche Beziehungen erzeugen.
Kernaussage
- „Nur eine natürliche Wirtschaftsordnung kann den Völkern die Grundlage des Friedens geben.“
Interpretation: Eine gerechte Weltwirtschaft ist die Voraussetzung für dauerhafte internationale Kooperation.
? Zusammenfassung in einem Satz
Für Silvio Gesell ist die Interaktion der Völker vollständig abhängig von der Wirtschaftsordnung: Nur wenn Zinswirtschaft und Bodenmonopole überwunden werden, können Völker friedlich und solidarisch miteinander leben.

