1.Februar.1933: Zwei Tage nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler löst Reichspräsident Paul von Hindenburg auf dessen Wunsch den deutschen Reichstag auf. Die Nationalsozialisten setzen damit einen weiteren Schritt zur „Machtergreifung“ und zur Auflösung der Weimarer Republik.
2.Februar.1732: Preußens König Friedrich Wilhelm I. erlässt ein an die aus Salzburg vertriebenen Protestanten, die sogenannten Salzburger Exulanten, gerichtetes Einladungspatent.
3.Februar.1933: Vier Tage nach der Übernahme der Macht im Deutschen Reich halten Reichskanzler Adolf Hitler und Reichswehrminister Werner von Blomberg Reden vor höchsten Vertretern der Reichswehr. Darin verkündet Hitler auch sein Expansionsprogramm zur Gewinnung von „Lebensraum im Osten“. Durch die stichwortartigen Aufzeichnungen von Generalleutnant Curt Liebmann werden diese frühen Äußerungen überliefert.
3.Februar.1982: Der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt stellt wegen Spannungen zwischen SPD und FDP über den Bundeshaushalt 1982 die Vertrauensfrage gemäß Art. 68 GG. Die Abstimmung findet am 5. Februar im Bundestag statt.
4.Februar.1890: Entgegen dem Rat des Reichskanzlers Otto von Bismarck und ohne dessen vorgeschriebene Gegenzeichnung werden nach dem Willen Kaiser Wilhelms II. die Februarerlasse veröffentlicht. Sie kündigen einen Ausbau des Arbeiterschutzes an.
4.Februar.1933: Durch die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes durch Reichspräsident Paul von Hindenburg werden die Grundrechte der Weimarer Verfassung, insbesondere Versammlungs- und Pressefreiheit eingeschränkt. Reichsinnenminister Wilhelm Frick erhält weitreichende Vollmachten.
4.Februar.1938: Adolf Hitler übernimmt mittels Erlass persönlich das Oberkommando der Wehrmacht..
4.Februar.1953: Der Deutsche Bundestag stellt das Anwerben von Deutschen für fremde Militärdienste in § 109h StGB unter Strafe. Damit soll dem Zustrom zur französischen Fremdenlegion Einhalt geboten werden.
4.Februar.2005: In der Charta von Florenz erklären zahlreiche Regionen aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, den Anbau von gentechnisch veränderten Kulturen auf ihrem Gebiet abzulehnen.
5.Februar.1938: Die von Adolf Hitler geführte Reichsregierung kommt letztmals zu einer Kabinettssitzung zusammen.
5.Februar.1982: Der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) gewinnt die von ihm wegen Differenzen mit dem Koalitionspartner FDP über den Bundeshaushalt 1982 gestellte Vertrauensfrage mit 269 zu 224 Stimmen.
6.Februar.1875: Im Deutschen Reich schreibt das neue während des Kulturkampfes entstandene Reichsgesetz über die Beurkundung des Personenstands und die Eheschließung die obligatorische Zivilehe vor und lässt die Ehescheidung zu. Das Gesetz tritt am 1. Januar 1876 in Kraft.
6.Februar.1888: Im Deutschen Reich wird die Wehrpflicht auf sieben Jahre verlängert und die Kriegsstärke der Armee auf 700.000 Mann vergrößert.
6.Februar.1919: Die Nationalversammlung der Weimarer Republik zur Ausarbeitung einer Verfassung tritt, um den revolutionären Unruhen in Berlin zu entgehen, in Weimar erstmals zusammen.
8.Februar.1912: In Berlin beginnt der britische Kriegsminister Richard Haldane, 1. Viscount Haldane Gespräche zur Entschärfung der Flottenrivalität, die ergebnislos bleiben.
8.Februar.1950: Die Volkskammer der DDR bestätigt einstimmig den Beschluss des Politbüros der SED vom 24. Januar zur Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der DDR.
11.Februar.1919: Die Weimarer Nationalversammlung wählt den bisherigen Reichskanzler Friedrich Ebert zum ersten Reichspräsidenten. Grundlage für diese Wahl ist das Gesetz über die vorläufige Reichsgewalt vom Vortag.
11.Februar.1990: Michail Gorbatschow gibt bei einem Besuch Helmut Kohls seine Zustimmung zu Deutschlands Wiedervereinigung.
12.Februar.1867: Für die Gründung des Norddeutschen Bundes als Bundesstaat wird nach allgemeinem Wahlrecht ein konstituierender Reichstag gewählt. Die Mehrheit nach der Reichstageswahl stellt die Nationalliberale Partei zusammen mit den liberal-konservativen Freikonservativen.
12.Februar.1938: Bei einem Treffen auf dem Obersalzberg in Berchtesgaden zwingt der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler dem österreichischen Kanzler Kurt Schuschnigg das Berchtesgadener Abkommen auf, wonach dieser den Nationalsozialisten Arthur Seyß-Inquart als Innen- und Sicherheitsminister in sein Kabinett aufnehmen muss. Es handelt sich um den ersten Schritt zum Ende des Austrofaschismus und dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.
13.Februar.1919: Das Kabinett Scheidemann übernimmt vom bislang als Reichsregierung fungierenden Rat der Volksbeauftragten die Amtsgewalt in Deutschland.
13.Februar.1945: Am Faschingsdienstag beginnen dreitägige alliierte Luftangriffe auf Dresden. Bei dem Flächenbombardement und dem darauf folgenden Feuersturm kommen zwischen 18.000 und 25.000 Menschen ums Leben, Dresdens Innenstadt wird beinahe vollständig zerstört.
13.Februar.2002: Deutschland übernimmt eine führende Rolle beim Aufbau der Polizei in Afghanistan.
14.Februar.1934: Nach Abschaffung der Länderparlamente wird durch die Nationalsozialisten auch der Reichsrat, ein Verfassungsorgan der Weimarer Republik, aufgelöst.
14.Februar.1945: Die zweite Angriffswelle der dreitägigen alliierten Luftangriffe auf Dresden im Zweiten Weltkrieg führt zu einem Feuersturm, der jegliche Löschaktion unmöglich macht. Die Luftangriffe auf die Stadt dauern den ganzen zweiten Tag über an. Am gleichen Tag erfolgt der dritte Luftangriff auf Prag, der möglicherweise auf einem Navigationsfehler beruht und eigentlich ebenfalls Dresden galt.
15.Februar.1943: Deutsche Schüler ab 15 Jahren werden ab sofort als Luftwaffenhelfer zum Kriegsdienst herangezogen.
15.Februar.1944: Das Gründungskloster der Benediktiner in Montecassino wird durch schwere alliierte Bombardements im Zweiten Weltkrieg fast komplett zerstört, obwohl sich nur rund 800 Zivilisten in den Gebäuden befinden.
15.Februar.1945: Eine Verordnung des deutschen Reichsjustizministers Otto Georg Thierack führt zum Bilden von Standgerichten in „feindbedrohten Reichsverteidigungsbezirken“, die Zivil- wie Militärpersonen verurteilen dürfen.
15.Februar.2003: Weltweit demonstrieren etwa 9 Millionen Menschen in der größten Friedensdemonstration der Geschichte gegen den von der „Koalition der Willigen“ geplanten Irakkrieg, der damit der bisher einzige Krieg der Geschichte ist, gegen den schon vor seinem Ausbruch Protestdemonstrationen stattfinden.
16.Februar.1923: Erstmals wird in Deutschland ein gesondertes Jugendstrafrecht eingerichtet: Das von Gustav Radbruch entworfene erste deutsche Jugendgerichtsgesetz (RJGG) wird erlassen.
16.Februar.1925: Der seit dem Hitler-Ludendorff-Putsch 1923 geltende Ausnahmezustand in Bayern wird aufgehoben. Das macht den Weg für die Neugründung der NSDAP frei.
17.Februar.1955: Die Kultusministerkonferenz beschließt im Düsseldorfer Abkommen Vereinheitlichungen im deutschen Schulwesen. Unter anderem erhalten alle höheren Schulen generell die Bezeichnung Gymnasium und wird Englisch zur Pflichtfremdsprache.
17.Februar.2005: Der Deutsche Bundestag setzt für Reservisten das Einberufungshöchstalter von 45 auf 60 Jahre im Spannungsfall herauf.
18.Februar.1937: Reichsführer SS Heinrich Himmler brandmarkt in seiner Geheimrede vor den SS-Gruppenführern in Bad Tölz Homosexualität als „anormales Leben“.
18.Februar.1943: Die Geschwister Hans und Sophie Scholl, Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose, werden beim Verteilen von Flugblättern an der Münchner Universität beobachtet und verhaftet.
18.Februar.1943: NS-Propagandaminister Joseph Goebbels propagiert in seiner Sportpalastrede in Berlin den „totalen Krieg“.
19.Februar.1919: In München scheitert der von Matrosen initiierte Lotter-Putsch gegen den bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner.
20.Februar.1890: Bei der Wahl zum 8. Deutschen Reichstag erleiden die sogenannten „Kartellparteien“ eine vernichtende Niederlage. Die Sozialdemokraten erlangen erstmals die meisten Wählerstimmen. Aufgrund der starken Verzerrungen infolge des Mehrheitswahlrechts, das die dicht besiedelten Regionen stark benachteiligt, können sie aber nur 35 Mandate erringen.
20.Februar.1933: Bei einem Treffen Hitlers mit Industriellen wird eine Wahlkampfhilfe in Höhe von drei Millionen Reichsmark für die NSDAP und die Kampffront Schwarz-Weiß-Rot für die kommende Reichstagswahl verlangt.
20.Februar.1967: Die Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik beschließt die Einführung einer eigenen Staatsbürgerschaft der DDR.
21.Februar.1919: Der Student Anton Graf von Arco auf Valley verübt ein Attentat auf den bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner. Die Ermordung des sozialistischen Staatsmannes ist eine der Ursachen für die Ausrufung der Münchner Räterepublik am 7. April.
22.Februar.1924: Die Parteien der Weimarer Koalition gründen in Magdeburg die Republikschutzorganisation Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Ihm treten in der Folge über 3,5 Millionen Mitglieder bei.
22.Februar.1943: Die Geschwister Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst von der Widerstandsgruppe Weiße Rose werden vom Volksgerichtshof unter Roland Freisler zum Tode verurteilt und im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet.
23.Februar.1937: In einem Gespräch mit dem Schweizer Alt-Bundesrat Edmund Schulthess verspricht Adolf Hitler, die schweizerische Neutralität zu respektieren.
23.Februar.1945: Beim nur etwa 22 Minuten dauernden Luftangriff auf Pforzheim kommen 17.600 von etwa 60.000 Einwohnern ums Leben und mehr als 80 % des Stadtgebiets werden zerstört. Am gleichen Tag erlebt auch Neumarkt in der Oberpfalz den ersten von zwei schweren Luftangriffen.
23.Februar.1945: An der Westfront gelingt den Amerikanern nach mehrmonatigen Kämpfen die Überschreitung der Rur. Damit ist der Zusammenbruch der Rurfront besiegelt und der Weg zum Rhein frei.
23.Februar.1945: Die fast einen Monat lang währende Schlacht um Posen endet mit der Kapitulation der letzten deutschen Verteidiger in der Zitadelle der Stadt.
24.Februar.1793: In der Mainzer Republik, einer französischen Tochterrepublik, finden demokratische Wahlen zum Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent statt. Es handelt sich um das erste nach demokratischen Prinzipien gewählte Parlament auf deutschem Boden. Wahlberechtigt ist nur die männliche Bevölkerung.
24.Februar.1867: Der am 14. Februar gewählte verfassungsgebende Reichstag des Norddeutschen Bundes hält seine konstituierende Sitzung ab. Eduard von Simson wird Reichstagspräsident.
24.Februar.1920: Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) geht durch Umbenennung aus der Deutschen Arbeiterpartei hervor. Am gleichen Tag verkündet Adolf Hitler im Münchner Hofbräuhaus das von ihm, Anton Drexler und Gottfried Feder verfasste 25-Punkte-Programm, mit dem unter anderem der Aufbau eines totalitären Staates gefordert wird.
25.Februar.1803: Die außerordentliche Kommission des Immerwährenden Reichstags in Regensburg verabschiedet den Reichsdeputationshauptschluss, der eine Neuordnung des Heiligen Römischen Reiches wegen der Verluste der linksrheinischen Gebiete in den Koalitionskriegen an Frankreich vorsieht.
25.Februar.1932: Adolf Hitler erhält die deutsche Staatsangehörigkeit. Der gebürtige Österreicher war seit 1925 staatenlos.
26.Februar.1924: In München beginnt der Hochverratsprozess gegen Adolf Hitler und Erich Ludendorff wegen des fehlgeschlagenen Hitler-Ludendorff-Putsches.
26.Februar.1935: Trotz des auf Grund des Versailler Vertrags geltenden Verbots befiehlt Adolf Hitler seinem Luftfahrtminister Hermann Göring den Aufbau einer Luftstreitkraft für das Deutsche Reich.
27.Februar.1925: Im Münchner Bürgerbräukeller wird die NSDAP neu gegründet und deutschlandweit organisiert. Adolf Hitler hat seinen ersten Auftritt nach seiner Haft.
27.Februar.1933: Das Reichstagsgebäude in Berlin wird durch einen Großbrand schwer beschädigt. Als mutmaßliche Brandstifter für den Reichstagsbrand werden trotz fehlender Beweise Marinus van der Lubbe und andere junge Kommunisten verhaftet.
27.Februar.1943: Rund 11.000 der letzten in Berlin verbliebenen Juden werden in der Fabrikaktion verhaftet und zum Großteil in das KZ Auschwitz-Birkenau und nach Theresienstadt deportiert. Etwa 1.700 so genannte „arisch Versippte“ werden in Berlin festgehalten, wo sie nach Demonstrationen von Verwandten in den folgenden Tagen wieder freigelassen werden.
27.Februar.1953: Die Bundesrepublik Deutschland übernimmt durch das Londoner Schuldenabkommen die Auslandsschulden des Reiches seit dem Ersten Weltkrieg.
28.Februar.1933: Einen Tag nach dem Reichstagsbrand erlässt der deutsche Reichspräsident Paul von Hindenburg die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat. Diese bildet die Grundlage für die spätere Gleichschaltung des Deutschen Reiches.
28.Februar.1943: In der zweiten Stilllegungsaktion verfügt die Reichspressekammer das Einstellen von 950 Zeitungen in Deutschland wegen Rohstoffknappheit.

