Silvio Gesell verknüpfte Frieden untrennbar mit einer gerechten Wirtschaftsordnung. Für ihn war dauerhafter Völkerfrieden nur möglich, wenn auch innerhalb der Staaten sozialer Ausgleich, gerechte Bodenordnung und ein von Zinsprivilegien befreites Geldsystem herrschen.
Silvio Gesell und der Frieden – die zentralen Gedanken
1. Frieden beginnt im Inneren eines Staates
Gesell argumentierte, dass Bürgerfrieden und Völkerfrieden denselben Ursprung haben: soziale Gerechtigkeit.
- Wo Klassenkampf, extreme Vermögensunterschiede und Ausbeutung bestehen, könne kein stabiler Frieden entstehen.
- Staaten, die „innerlich gesund“ sind, würden nicht gegeneinander Krieg führen.
2. Wirtschaftliche Ungleichheit als Friedenshindernis
Gesell sah in Reichtum und Armut zwei „verkehrte Zustände“, die mit Bürger- und Völkerfrieden unvereinbar seien.
- Ungerechte Vermögensverteilung führe zu sozialen Spannungen, die sich auch international auswirken.
3. Freiland und Freigeld als Grundlagen des Friedens
In seinem Vortrag „Freiland – die eherne Forderung des Friedens“ (1917) betonte Gesell:
- Boden darf nicht zur Quelle arbeitsloser Einkommen werden, da dies soziale Konflikte verschärft.
- Freigeld (umlaufgesichertes Geld) soll Machtkonzentration verhindern und wirtschaftliche Stabilität schaffen.
- Nur eine solche „natürliche Wirtschaftsordnung“ könne dauerhaften Frieden ermöglichen.
4. Völkerverständigung als Ziel seiner Reformen
Gesells Werk zielte nicht nur auf ökonomische Reformen, sondern auch auf Völkerverständigung und friedliches Zusammenleben.
- Die HUMANwirtschaft möchte betonen, dass er weit mehr als ein Finanztheoretiker war: Er verstand seine Reformvorschläge als Friedensprojekt.
Kurzfazit
Für Silvio Gesell ist Frieden kein rein politisches Projekt, sondern das Ergebnis einer gerechten Wirtschaftsordnung, die Ausbeutung verhindert, soziale Spannungen abbaut und damit die Grundlage für friedliche Beziehungen zwischen Menschen und Staaten schafft.

