1.April.1920: Das Gesetz über die Gründung der Deutschen Reichsbahn tritt in Kraft. Damit werden in Umsetzung der Weimarer Verfassung die vormaligen Länderbahnen der Hoheit des Deutschen Reichs unterstellt.
1.April.1924: Adolf Hitler wird im Hitler-Prozess gemeinsam mit einigen Mitangeklagten zu fünf Jahren Festungshaft wegen seines Putschversuchs vom 9. November 1923 verurteilt. Erich Ludendorff wird freigesprochen.
1.April.1933: Mit dem deutschlandweit durchgeführten „Judenboykott“ nimmt die nationalsozialistische Regierung die Verdrängung der deutschen Juden aus dem öffentlichen Leben in Angriff.
1.April.1933: Das Propagandaministerium wandelt den Auslandsrundfunk Weltrundfunksender in den Deutschen Kurzwellensender um.
1.April.1944: Die Massendeportation von Juden aus Griechenland und Ungarn in das KZ Auschwitz-Birkenau beginnt.
1.April.1957: Die ersten Wehrpflichtigen werden zur deutschen Bundeswehr einberufen.
1.April.1970: In der Bundesrepublik Deutschland wird die einheitliche Freiheitsstrafe anstelle der bisherigen Strafarten Zuchthaus, Gefängnisstrafe, Einschließung und Haftstrafe eingeführt.
2.April.1848: Im Zuge der Deutschen Revolution hebt der Deutsche Bundestag die Karlsbader Beschlüsse von 1819 gegen liberale Bestrebungen auf.
3.April.1849: Die Kaiserdeputation der Frankfurter Nationalversammlung bietet in Verfolgung der kleindeutschen Lösung dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. die deutsche Kaiserkrone an. Mit dessen Ablehnung des Diadems aus Dreck und Letten scheitert die deutsche Einigung „von unten“ ebenso wie letztlich die Deutsche Revolution 1848/1849.
4.April.1925: Im Auftrag von Adolf Hitler gründet Julius Schreck einen Saal-Schutz (S.S.) für Veranstaltungen der NSDAP, der später den Namen Schutzstaffel erhält. Diese paramilitärische Organisation besteht vorläufig nur aus acht Mann, wird jedoch rasch ausgebaut.
7.April.1919: In München wird die Bayerische Räterepublik ausgerufen. Die bayerische Regierung des Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann flieht nach Bamberg und ruft Truppen des Reichs und aus Württemberg zur Niederschlagung der Rebellion zu Hilfe.
7.April.1925: Adolf Hitler beantragt gegenüber dem Hohen Magistrat der Stadt Linz die Entlassung aus der österreichischen Staatsangehörigkeit, ein Ersuchen, dem am 30. April stattgegeben wird.
7.April.1933: Das unter der Federführung von Reichsinnenminister Wilhelm Frick entstandene Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums führt in Deutschland zur Entlassung politisch missliebiger und aller „nicht-arischen“ Beamten. Der „Arierparagraph“ wird auch auf Rechtsanwälte angewandt.
7.April.1933: Im Zweiten Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich erhält die nationalsozialistische Regierung in Deutschland die Befugnis, Reichsstatthalter einzusetzen.
7.April.1948: Mit der Ratifikation durch den 26. Staat tritt die am 22. Juli 1946 von den Vereinten Nationen in New York verabschiedete Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization) in Kraft. Die WHO gilt damit als gegründet.
9.April.1891: Mit Unterstützung von Carl Peters konstituiert sich in Berlin der Allgemeine Deutsche Verband. Er will vaterländisches Bewusstsein beleben sowie deutsche Interessen- und Großmachtpolitik auch im Ausland fördern.
9.April.1945: In der Endphase des Zweiten Weltkriegs werden im KZ Flossenbürg die Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer, Wilhelm Canaris, Ludwig Gehre, Hans Oster, Karl Sack und Theodor Strünck gehängt. Am gleichen Tag werden Georg Elser im KZ Dachau sowie Hans von Dohnanyi im KZ Sachsenhausen hingerichtet.
10.April.1932: Im zweiten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl erhält Amtsinhaber Paul von Hindenburg die absolute Mehrheit und wird damit als Reichspräsident wiedergewählt. Adolf Hitler erhält über ein Drittel, der kommunistische Kandidat Ernst Thälmann rund 10 Prozent der abgegebenen Stimmen.
10:april.1933: Ein von den Nationalsozialisten erlassenes Reichsgesetz deklariert den erneut eingeführten Maifeiertag in Deutschland zum Feiertag der nationalen Arbeit.
10.April.1945: Der letzte Transportzug mit über 2000 Häftlingen verlässt das kurz vor der Befreiung stehende KZ Bergen-Belsen in Richtung KZ Theresienstadt zu deren Vernichtung. Der so genannte „Verlorene Zug“ irrt tagelang durch Deutschland, bis er am 23. April bei Tröbitz von sowjetischen Truppen befreit wird.
11.April.1945: Amerikanische Truppen befreien das KZ Buchenwald, in dem sich bereits Widerstandsgruppen gebildet haben. Am gleichen Tag wird auch das KZ Mittelbau-Dora in Nordhausen befreit.
12.April.1957: 18 führende Atomwissenschaftler der Bundesrepublik Deutschland wenden sich in der Göttinger Erklärung gegen die atomare Bewaffnung der Bundesrepublik. Es handelt sich um die Professoren Fritz Bopp, Max Born, Rudolf Fleischmann, Walther Gerlach, Otto Hahn, Otto Haxel, Werner Heisenberg, Hans Kopfermann, Max von Laue, Heinz Maier-Leibnitz, Josef Mattauch, Fritz Paneth, Wolfgang Paul, Wolfgang Riezler, Fritz Straßmann, Wilhelm Walcher, Carl Friedrich von Weizsäcker und Karl Wirtz.
13.April.1919: Der Freistaat Baden hält den ersten Volksentscheid in Deutschland ab, bei dem die am 21. März vom Landtag beschlossene neue badische Verfassung mit großer Mehrheit angenommen wird.
13.April.1978: Das deutsche Bundesverfassungsgericht erklärt die Novelle zum Wehrpflichtgesetz, mit der die Gewissensprüfung für Kriegsdienstverweigerer abgeschafft worden ist, für verfassungswidrig.
15.April.1945: In Gardelegen entdecken US-amerikanische Truppen den Tatort des Massakers in der Isenschnibber Feldscheune an 1016 KZ-Häftlingen. Sogleich beginnen sie mit ihrer Dokumentation und Beweissicherung der Spuren dieses Endphaseverbrechens, eines der größten NS-Todesmarschverbrechen europaweit.
15.April.1945: Das KZ Bergen-Belsen wird durch kampflose Übergabe an britisch-kanadische Truppen unter Bernard Montgomery befreit.
16.April.1867: Der verfassungsgebende Reichstag nimmt die Verfassung des Norddeutschen Bundes an, die im Wesentlichen mit der exakt vier Jahre später verabschiedeten Reichsverfassung identisch ist.
16.April.1871: Die Bismarcksche Reichsverfassung wird als Gesetz verabschiedet und zur Rechtsgrundlage für das Deutsche Kaiserreich. Sie besteht aus der Zusammenfassung vieler Einzelverträge wie der Novemberverträge inklusive der Schlussprotokolle sowie der Verfassungsänderung bezüglich der Bezeichnungen Deutsches Reich und Deutscher Kaiser.
18.April.1685: Landgraf Karl von Hessen-Kassel erlässt die Freiheits-Concession, nach welcher französische Glaubensflüchtlinge bestimmte Vorteile bei Ansiedlung in seinem Lande erhalten.
18.April.1946: Der Völkerbund löst sich auf Grund der Gründung der Vereinten Nationen im Vorjahr auf seiner 21. Sitzung selbst auf.
19.April.1943: Beim Überfall auf den 20. Deportationszug nach Auschwitz stoppen drei belgische Widerstandskämpfer den Deportationszug, der 1618 Juden aus dem SS-Sammellager Mecheln nach Auschwitz-Birkenau transportiert.
21.April.1813: Preußen bestimmt im Landsturm-Edikt, dass alle Männer vom vollendeten 17. bis zum 60. Lebensjahr, sofern sie weder der Armee noch der Landwehr angehören, künftig einem Aufgebot zur Landesverteidigung Folge zu leisten haben.
22.April.1915: Deutschland setzt in der Zweiten Flandernschlacht des Ersten Weltkrieges bei Ypern in Belgien als erstes Land in der Geschichte Giftgas in großem Umfang ein. 5000 französische Soldaten werden durch Chlorgas sofort getötet, doppelt so viele schwer verletzt.
22.April.1933: Durch die Verordnung über die Zulassung von Ärzten zur Tätigkeit bei den Krankenkassen wird „nicht-arischen“ Ärzten, sowie solchen, „die sich im kommunistischen Sinne betätigt haben“, im Dritten Reich die kassenärztliche Zulassung entzogen.
22.April.1967: Der zu Ende gehende VII. Parteitag der SED beschließt die Einführung der Fünf-Tage-Woche in der DDR. Andererseits werden fünf Feiertage gestrichen.
23.April.1935: In Köln wird das Zigeunerlager Bickendorf fertiggestellt, in dem in der Folge Sinti und Roma interniert werden.
23.April.1945: Der seit dem 10. April durch Deutschland irrende „Verlorene Zug“, ein Häftlingstransport vom KZ Bergen-Belsen nach Theresienstadt, wird in Tröbitz von der Roten Armee befreit.
23.April.1945: Das Konzentrationslager Flossenbürg wird von der US-Armee befreit. In dem KZ sind nur noch 1.600 Gefangene übrig. Die meisten Insassen sind zu diesem Zeitpunkt auf einem der Todesmärsche.
23.April.1945: Die Wehrmacht kann die Stadt Treuenbrietzen kurzzeitig von der Roten Armee zurückerobern. In den folgenden Stunden kommt es zu den Massakern von Treuenbrietzen.
23.April.1945: Insassen des Zellengefängnisses Lehrter Straße, darunter Klaus Bonhoeffer, Albrecht Haushofer und Rüdiger Schleicher, werden als Teil zahlreicher Endphaseverbrechen im Zweiten Weltkrieg von der Gestapo ermordet.
23.April.1976: In Ost-Berlin wird der Palast der Republik nach 32-monatiger Bauzeit feierlich eröffnet. Er wird die Volkskammer der DDR beherbergen, aber auch als Volksheim und Kulturhaus genutzt werden.
25.April.1933: Im Gesetz gegen die Überfüllung deutscher Schulen und Hochschulen beschränkt die deutsche Reichsregierung unter Adolf Hitler den Zugang zu Bildungseinrichtungen für „Nicht-Arier“.
26.April.1925: Im zweiten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl wird der Kandidat des Reichsblocks, der frühere Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, als Nachfolger des verstorbenen Sozialdemokraten Friedrich Ebert zum zweiten Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt. Der 78-jährige Hindenburg erhält 14,7 Millionen Stimmen. Auf Wilhelm Marx, den Kandidaten des Zentrums und der Sozialdemokratie, entfallen 13,8 Millionen, auf Ernst Thälmann, den Kandidaten der KPD, 1,9 Millionen.
26.April.1933: Ein Erlass des kommissarischen preußischen Innenministers Hermann Göring führt zur Bildung des Geheimen Staatspolizeiamtes, der Keimzelle der später auf das gesamte Reich ausgeweiteten Gestapo.
26.April.1942: In der Krolloper findet die letzte Reichstagssitzung im Dritten Reich statt. Adolf Hitler wird per Beschluss nun auch Oberster Gerichtsherr, ohne an bestehende Rechtsvorschriften gebunden zu sein. Wohl und Wehe jedes Deutschen hängt formell am Führerbefehl, gegen den es keine rechtsstaatlichen Mittel mehr gibt. Die Gleichschaltung des Reiches ist damit abgeschlossen.
26.April. 1997: Bundespräsident Roman Herzog hält seine vielbeachtete Ansprache, die wegen der Formulierung Durch Deutschland muss ein Ruck gehen! als Ruck-Rede bekannt wird.
27.April.1915: Der von den deutschen Frauenrechtlerinnen Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann initiierte und von Aletta Jacobs organisierte erste Internationale Frauenfriedenskongress wird mit ca. 1100 Teilnehmerinnen aus 12 Nationen im niederländischen Den Haag feierlich eröffnet. An der bis zum 1. Mai dauernden Veranstaltung nehmen unter anderen die beiden späteren Friedensnobelpreisträgerinnen Jane Addams und Emily Greene Balch teil.
27.April.1940: Reichsführer SS Heinrich Himmler ordnet die Errichtung eines „Quarantänelagers“ für 10.000 Insassen in der Nähe der polnischen Kleinstadt Oświęcim an, aus dem später das KZ Auschwitz hervorgeht.
27.April.1972: Im Deutschen Bundestag scheitert völlig überraschend das Konstruktive Misstrauensvotum der CDU unter Rainer Barzel gegen die sozial-liberale Regierung Willy Brandt. Später wird bekannt, dass das Ministerium für Staatssicherheit der DDR die beiden Unions-Abgeordneten Julius Steiner und Leo Wagner bestochen hat.
28.April.1849: In einem Schreiben, das durch Ludolf Camphausen überbracht wird, wiederholt der preußische König Friedrich Wilhelm IV. seine Ablehnung der in der Kaiserdeputation durch die Frankfurter Nationalversammlung angebotenen deutschen Kaiserkrone und begründet diese ausführlich. Damit ist das Ziel der Märzrevolution, ein geeintes Deutschland und eine gesamtdeutsche Verfassung, politisch endgültig gescheitert.
30.April.1898: In Berlin wird der Deutsche Flottenverein gegründet, der im Volk Verständnis und Interesse für die Kaiserliche Marine wecken soll. Die Regierung favorisiert im Reichsmarineamt unter Alfred von Tirpitz den Bau von Schlachtschiffen.
30.April.1925: Adolf Hitlers Antrag auf Entlassung aus der österreichischen Staatsangehörigkeit wird vom Magistrat der Stadt Linz stattgegeben. Er lebt ab diesem Zeitpunkt als Staatenloser auf deutschem Boden.
30.April.1939: Im Deutschen Reich tritt das „Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden“ in Kraft. Es hebt den Mieterschutz für Juden auf und leitet den Ghettoisierungsprozess ein. Deutsche Juden müssen ihre Wohnungen verlassen und werden in „Judenhäusern“ konzentriert.
30.April.1942: Der Leiter des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes, Oswald Pohl, formuliert in einem Befehl das Prinzip der „Vernichtung durch Arbeit“. Der Befehl führt zu einer gewaltigen Expansion von Nebenlagern, verschlechtert die Lebensbedingungen der KZ-Häftlinge noch weiter und erhöht ihre Sterberate.
30.April.1945: Adolf Hitler und die seit dem Vortag mit ihm verheiratete Eva Braun nehmen sich im Führerbunker das Leben. Am gleichen Tag hisst die Rote Armee die sowjetische Fahne auf dem Berliner Reichstagsgebäude. Die US-Armee nimmt im Zweiten Weltkrieg München, die ehemalige „Hauptstadt der Bewegung“, ein.
30.April.1945: Wenige Tage vor der Kapitulation des Deutschen Reichs im Zweiten Weltkrieg wird die letzte Ausgabe des Völkischen Beobachters gedruckt, allerdings nicht mehr ausgeliefert.

